26.06.2025 | Wie wird Deutschland 2035 mit Wärme versorgt? Diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt unseres Jahreskongresses am 24. und 25.06.2025 in Berlin. Energiedienstleister, Politik, Wissenschaft und weitere Branchenakteure diskutierten über Zukunftsszenarien für eine nachhaltige Wärmeversorgung – und darüber, welche Weichen Politik und Contracting-Branche bereits heute stellen müssen.
Stella Schaller
Stella Schaller, Zukunftsgestalterin und Transformationsbegleiterin, eröffnete den Kongress mit einem mutigen Blick in die Zukunft. Sie stimmte die Teilnehmer:innen ein, Visionen weiterzudenken, neue Wege zu betreten und einander zuzuhören: „Es geht nicht nur um die Energiewende, sondern um eine tiefgreifende Veränderung unserer Gesellschaft – unseres Denkens, unseres Zusammenlebens.“
Das Ziel ist klar: die Wärmeversorgung Deutschlands soll im Jahr 2035 bezahlbar, fair, erneuerbar und genau da sein, wo die Menschen sie brauchen: dezentral vor Ort. Tobias Dworschak, unser Vorsitzender des Vorstandes betonte: „Die Herausforderungen, vor denen unsere Branche steht, sind real. Und sie sind gewaltig. Energiepreise, Klimaziele, Technik, Recht, Digitalisierung, Demografie – alles verändert sich, ständig. Aber genau darin liegt auch eine Chance: Wir können gestalten. Und wir sind nicht allein.“
Ein vielversprechender Weg, diese Chance zu nutzen, liegt in innovativen Technologien und neuen Lösungen für eine nachhaltige Wärmeversorgung. Denn erneuerbare Technologien sind die Zukunft. Aquathermie, Abwärme aus Rechenzentren und der Einsatz von Wärmepumpen im Bestand bieten viel Potenzial, damit die Wärmewende gelingt und der Gebäudebestand dekarbonisiert werden kann. In der Gebäudeversorgung der Zukunft kommt es darauf an, ein ausgewogenes Verhältnis zentraler und dezentraler Energieversorgungslösungen sowie unterschiedlicher Anlagentechniken zu kombinieren. Das wird immer deutlicher auch im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung, weil der Wärmebedarf vor Ort sehr heterogen ist.
Podiumsdiskussion zum Thema WärmeLV
v.l.n.r. Carlotta Gerlach (BEE), Thomas Charles (BMWE), Tom Janneck (VZBV), Dr. Jörg Lippert (BBU), Dr. Tobias Reiners (EnergieServicePlus)
Politik und Contracting-Branche waren sich darüber hinaus einig, dass Fairness, Transparenz und Sicherheit die obersten Gebote einer gelingenden Wärmewende sind. Der Schutz der Verbraucher:innen ist allen wichtig. „Der Koalitionsvertrag erhält die Klimaziele weiterhin aufrecht. Er betont deutlich, dass Versorgungssicherheit für alle gewährleistet werden muss und alle bei der Wärmewende mitgenommen werden müssen“, äußert sich auf dem Jahreskongress dazu auch Dr. Volker Hoppenbrock, Referatsleiter IIC4 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Eine weitere Weiche, die zur erfolgreichen Dekarbonisierung des Gebäudebestandes dringend gestellt werden muss: die Novelle der Wärmelieferverordnung (WärmeLV). Branchenkenner sind sich einig – ohne eine Novellierung der WärmeLV gerät die Wärmewende ins Stocken. Die Dekarbonisierung im Gebäudebestand darf nicht geschwächt werden. Dabei ist es immens wichtig, den Verbraucherschutz zu berücksichtigen. Thomas Charles, Referent im Referat IIA2 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie verdeutlicht, was auch die Contracting-Branche seit Jahren fordert: „Es braucht nicht nur eine Novelle der WärmeLV, sondern ein Novellenpaket aus AVBFernwärmeV und WärmeLV.“
Erneuerbare Energieträger müssen in einer Novelle der WärmeLV stärker berücksichtigt werden. Nur so kann die WärmeLV in das Hier und Jetzt geholt und zukunftsfest ausgerichtet werden. Auch müssen Energiedienstleister und Vermieter:innen in der WärmeLV gleichberechtigt werden, um ein schnelles Umstellen der alten Energieversorgung auf eine regenerative Lösung zu ermöglichen. Das macht sich künftig auch für Mieter:innen bezahlt.
19.05.2025 | Wie sieht die Wärmeversorgung der Zukunft aus? Diese Frage steht im Fokus unseres diesjährigen Jahreskongresses. Wir begeben uns am 24. und 25. Juni gemeinsam mit Ihnen auf eine Zeitreise und sprechen über die Zukunft der Wärme.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, neueste Technologien, gute rechtliche Rahmenbedingungen – darüber möchten wir mit Ihnen diskutieren. Es geht um innovative Ideen und die Frage, welche Rolle dabei die frisch gewählte Bundesregierung spielt.
Wählen Sie Ihre Favoriten: In parallelen Sessions erwartet Sie geballte Power aus Wissenschaft, Politik und Praxis. Sie erhalten Einblick in erneuerbare Technologien wie Aquathermie oder Abwärme und erfahren, welche Anwendungsbereiche es im Contracting für Künstliche Intelligenz gibt. Auch die rechtlichen Weichen stellen wir: in einer Talkrunde zur WärmeLV.
Zu den Themen Preistransparenz und Verbraucherschutz geben Referenten der Monopolkommission und vom Bundesverband der Verbraucherzentrale Impulse. Ein anschließender Workshop behandelt die Frage, wie wir künftig mit Preisen und Transparenzanforderungen umgehen. Wir werfen zudem einen Blick auf die Länder: Wie ist die Lage in den Kommunen? Schreitet die Wärmeplanung voran und wo können Energiedienstleister unterstützen?
Am Abend haben Sie die Gelegenheit für ausgiebiges Netzwerken in guter Gesellschaft.
Unser Jahreskongress findet in diesem Jahr wieder im Change Hub in Berlin statt. Unweit des Bahnhofs Zoologischer Garten freuen wir uns darauf, Sie in der Hardenbergstr. 32 zu begrüßen.
Für Ihre Übernachtung in Berlin haben wir für Sie ein Abrufkontingent für Hotelzimmer im Lindner Hotel Berlin Ku‘damm und im June Six Hotel Berlin City West reserviert. Die Abrufkontingente sind bis zum 23.05. bzw. 26.05.2025 verfügbar. Die Hotels befinden sich wenige Gehminuten vom Change Hub entfernt. Weitere Informationen zu den Abrufkontingenten finden Sie hier.
Präsentieren Sie Ihr Unternehmen vor Ort und werden Sie Premium-Partner mit verschiedensten Möglichkeiten: Logo veröffentlichen, Aussteller-Stand, Fachartikel, Interviews, Podcasts, Give-Aways und vieles mehr. Wir bedanken uns bei unseren Partnern, die uns bereits unterstützen:
09.04.2025 | Union und SPD haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Die Vorsitzenden der Parteien stellen die Ergebnisse der langen Gespräche vor. Wir ordnen die Ergebnisse für Sie ein. Für die Contracting-Branche finden sich nämlich wichtige Inhalte und Ziele im Papier wieder.
Unser Vorsitzende Tobias Dworschak bewertet den vorliegenden Koalitionsvertrag: „Als Verband freuen wir uns über die Einigung der Parteien. Der Vertrag enthält für die Contracting-Branche wichtige Inhalte. Nun braucht es ein schnelles und mutiges Umsetzen – für Gespräche über Details stehen wir bereit. Insbesondere das Bekenntnis zur Novellierung der AVBFernwärmeV und der Wärmelieferverordnung unter Berücksichtigung der Interessen des Verbraucherschutzes und der Versorgungsunternehmen begrüßen wir sehr. Auf die Novellierung arbeiten wir schon viele Jahre hin. Bereits in den Sondierungsgesprächen wurden einige unserer Forderungen berücksichtigt, die sich nun auch im Koalitionsvertrag wiederfinden.“
Für die Erreichung der Klimaziele sei der Gebäudesektor zentral. Bezahlbarkeit, Technologieoffenheit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind die Ziele für die Modernisierung der Wärmeversorgung, so Union und SPD.
KWK-Anlagen sollen langfristig und konsequent genutzt, das KWKG angepasst werden. KWK-Anlagen spielen in Contracting-Projekten eine wichtige Rolle. Sie unterstützen eine sichere Stromversorgung und entlasten die Netze. Die Branche hofft nach dem EuGH-Urteil zur Kundenanlage auf Unterstützung der Bundesregierung. Auch künftig soll ein rechtssicherer Rahmen für die direkte Stromerzeugung und -versorgung aller Kundenanlagen gesichert bleiben.
Die Koalitionäre stellen Energieeffizienz als tragende Säule beim Erreichen der Klimaziele heraus. Das Energieeffizienzgesetz und das Energiedienstleistungsgesetz sollen vereinfacht und auf das EU-Recht zurückgeführt werden. Aus Sicht der Contracting-Branche darf das nicht zulasten der bislang zu wenig genutzten Energieeffizienzpotenziale insbesondere im Gewerbe, in der Industrie und in öffentlichen Liegenschaften gehen. Hier bedarf es mehr Verbindlichkeit für umzusetzende Energieeffizienzmaßnahmen.
Union und SPD haben sich außerdem darauf geeinigt, eine unbürokratische Schlichtungsstelle aufzubauen, um mehr Transparenz hinsichtlich fairer Preise zu ermöglichen. Darüber hinaus soll die für Energiedienstleister wichtige Bundesförderung für effiziente Wärmenetze gesetzlich geregelt und aufgestockt werden.
Jetzt gilt: Die Regierung muss handlungsfähig werden und zügig wichtige Maßnahmen im Energiebereich umsetzen. Union und SPD müssen die richtigen Akzente und Investitionsanreize für die Energiewirtschaft setzen, um die Wohnungswirtschaft wirkungsvoll bei der Dekarbonisierung ihrer Gebäude unterstützen zu können. Gleichzeitig gilt es, einen ausreichenden Verbraucherschutz zu gewährleisten. Dafür setzt sich der Verband weiter ein und führt intensive Gespräche mit den politischen Entscheidungsträger:innen.
01.04.2025 | Enerlabs GmbH hat bei unserer 11. Ausgabe des „Innovationsforums Online“ am 01.04.2025 unsere Teilnehmer:innen am meisten überzeugt und damit das Voting gegenüber drei weiteren Innovatoren an diesem Tag gewonnen. Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn. Hier stellen wir Ihnen die Produkte und Dienstleistungen vor.
Enerlabs wurde 2024 aus einem Projekt der StatSoft GmbH gegründet, um Kommunen und Versorgungsunternehmen bei zentralen Zukunftsaufgaben mit Branchen- und Data-Science-Expertise zu unterstützen. Mit der e:suite bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für Netzbetreiber, Stadtwerke und Planungsbüros, damit Klimaneutralität, demografischer Wandel, Verkehrswende und Digitalisierung effizient und datenbasiert vorangetrieben werden können.
Die e:suite ist die führende Data-Science-Plattform für Kommunen, Stadtwerke, Planungsbüros und öffentliche Institutionen, die fundierte Entscheidungen auf Basis komplexer Daten treffen müssen. Als digitaler Zwilling ermöglicht die e:suite eine präzise Modellierung und Simulation von Wärme-, Energie- und Infrastruktursystemen, um nachhaltige und effiziente Transformationsstrategien zu entwickeln.
Durch leistungsstarke Datenaufbereitung, KI-gestützte Analysen und interaktive Visualisierungen macht die e:suite aus fragmentierten Daten konkrete, belastbare Planungsgrundlagen – von der kommunalen Wärmeplanung über die Netztransformation bis hin zur integrierten Stadtentwicklung.
Die e:suite unterstützt Kommunen bei der Erstellung und Umsetzung einer rechtskonformen, datenbasierten kommunalen Wärmeplanung gemäß dem Wärmeplanungsgesetz (WPG). Durch die Kombination verschiedener Datenquellen und intelligenter Analysen hilft die Plattform, fundierte und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.
Funktionen Datenintegration: Import von Kataster-, Energieverbrauchs- und Netzdaten (z. B. aus Shapefiles, GeoJSON, CSV, Excel, GIS- und ERP-Systemen) Gebäudeanalyse: Automatische Erfassung und Kategorisierung von Gebäuden nach Baujahr, Sanierungszustand und Energieeffizienz Potenzialflächenanalyse: Identifikation von geeigneten Gebieten für Fernwärmeausbau, erneuerbare Energien und Nahwärmenetze Netzinfrastrukturanalyse: Bewertung vorhandener Wärme-, Gas- und Stromnetze mit Simulation möglicher Umstellungsmaßnahmen CO₂-Reduktionsszenarien: Berechnung und Visualisierung von Einsparpotenzialen durch verschiedene Maßnahmen Maßnahmenplanung: Entwicklung individueller Transformationspfade bis 2045, unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und technischer Machbarkeit Berichterstellung: Automatisierte Generierung von Berichten und Präsentationen für politische Entscheidungsträger und Förderstellen
Die Energiewende stellt Netzbetreiber vor immense Herausforderungen: Der schrittweise Ausstieg aus fossilen Energieträgern erfordert eine strategische Umstellung der bestehenden Infrastruktur. Die e:suite ermöglicht eine datenbasierte Transformation von Gas- und Fernwärmenetzen hin zu klimaneutralen Alternativen.
Funktionen Simulation der Umstellung von Gasnetzen: Bewertung der Wirtschaftlichkeit und technischer Machbarkeit verschiedener Umstellungsszenarien (z. B. Wasserstoff, Biogas, Fernwärme) Integration von Wärmepumpen in die Netzinfrastruktur: Prognosen zur steigenden Stromnachfrage und deren Auswirkungen auf Netzlasten Identifikation von Netzengpässen: Analyse kritischer Bereiche und Ableitung notwendiger Infrastrukturmaßnahmen Visualisierung von Transformationspfaden: Erstellung detaillierter Karten und interaktiver Dashboards zur Darstellung unterschiedlicher Netzentwicklungsszenarien Investitionsplanung: Berechnung langfristiger Investitionskosten und Amortisationszeiten für unterschiedliche Netztransformationen
Enerlabs bietet weit mehr als nur eine leistungsstarke Softwarelösung. Als Ihr Partner für datenbasierte Entscheidungsprozesse unterstützen wir Sie umfassend bei der Implementierung und Nutzung der e:suite. Von der Datenaufbereitung und -analyse bis hin zu Schulungen, Beratung und Projektmanagement – wir stellen sicher, dass Sie das volle Potenzial Ihrer Daten ausschöpfen können.
Unsere Leistungen richten sich an Kommunen, Kreise, Länder, Stadtwerke, Netzbetreiber und Planungsbüros, die mit komplexen Datensätzen arbeiten und fundierte Planungsentscheidungen treffen müssen. Dabei unterstützen wir Sie mit maßgeschneiderten Services, die genau auf Ihre Anforderungen zugeschnitten sind.
Warum die e:suite mehr kann als kartenbasierte Anwendungen
Die kommunale Wärmeplanung und Netztransformation erfordern leistungsfähige digitale Werkzeuge. Viele setzen dabei auf kartenbasierte-Anwendung – doch sind Karten wirklich der beste Ausgangspunkt für datengetriebene Analysen? Die e:suite verfolgt einen anderen Ansatz: Daten statt Karten.
Flexibilität: Anstatt Karten als Ausgangspunkt zu nehmen, setzt die e:suite auf die Daten selbst. So lassen sich verschiedenste Szenarien modellieren, von Wärmepumpenpotenzialen bis zur Netzentwicklung. Skalierbarkeit: Kommunen, Stadtwerke und Netzbetreiber können beliebige Datenquellen einbinden und dynamisch auswerten – ohne auf statische Kartenebenen beschränkt zu sein. Prozessorientierte Analysen: Während GIS-Tools oft nur bestehende Geodaten anzeigen, kann die e:suite Zukunftsszenarien simulieren und fundierte Entscheidungen für den Umbau der Energieinfrastruktur unterstützen. Erweiterbarkeit durch Python und R: Nutzer können eigene Berechnungen, Machine-Learning-Modelle oder individuelle Datenverarbeitungs-Pipelines direkt in die Plattform integrieren. Dadurch wird die e:suite zu einer offenen, anpassbaren Lösung für datengetriebene Planung. Kartendarstellungen reichen nicht.
Die Herausforderung in der kommunalen Wärmeplanung liegt nicht nur in der räumlichen Darstellung, sondern in der Datenaufbereitung, Analyse und Simulation. Mit der Möglichkeit, eigene Data-Science-Workflows in Python oder R einzubinden, wird die e:suite zu einer leistungsfähigen Plattform für datengetriebene Entscheidungen.
Echte Fortschritte entstehen nicht durch mehr Karten, sondern durch bessere Daten und die Möglichkeit, diese flexibel zu analysieren.
28.02.2025 | Unser Jahresbericht für das Jahr 2024 liegt vor. Wir zeichnen das vergangene Jahr in den wesentlichen Eckpunkten nach und blicken auf die Arbeit des Verbandes. Es gilt, die neuen Impulse zu nutzen, die aus der Bundestagswahl zu erwarten sind und noch einmal intensiver für dezentrale Wärmelösungen sowie für die Vorteile professioneller Energiedienstleister zu werben und die Bereitschaft unserer Mitglieder zu betonen, mit Know-how und Gestaltungswille Teil einer erfolgreichen Wärmewende zu sein.
Wir werden auch in 2025 weiter für faire, bezahlbare und erneuerbare Wärme streiten und uns mit aller Kraft – und Ihrer Unterstützung! – für eine zukunftsfähige WärmeLV einsetzen.
Nun wünschen wir Ihnen eine angenehme Lektüre und freuen uns auf die fortgesetzte Zusammenarbeit, um gemeinsam Contracting noch bekannter und erfolgreicher zu machen.
07.02.2025 | Begeben Sie sich mit uns auf eine Zeitreise ins Jahr 2035: Die Wärmeversorgung ist bezahlbar, fair, erneuerbar – und genau da, wo die Menschen sie brauchen: dezentral vor Ort. Bei unserem diesjährigen Jahreskongress blicken wir auf das Contracting der Zukunft.
Einblicke in die Technik von morgen, wertvolle Impulse aus Politik und Praxis, bereichernde Gespräche – das und viel mehr erwartet Sie beim Jahreskongress.
Am 24. – 25.06.2025 im Change Hub in Berlin
Lassen Sie uns eine Landkarte der Möglichkeiten entwerfen und dabei auch sinnvolle Umwege und clevere Abkürzungen finden sowie neue Perspektiven für unsere Branche schaffen. Freuen Sie sich auf einen entspannten Abend in guter Gesellschaft, der Raum für ausgiebiges Netzwerken bietet.
Sichern Sie sich jetzt Ihr Frühbucherticket für den Jahreskongress 2025 und sparen Sie 100,00 Euro gegenüber dem Standardpreis.
Das Programm wird derzeit erstellt. Freuen Sie sich auf zwei Tage Contracting und Energieeffizienz und welche Rollen zukunftsweisende Technologien und Strategien sowie die neue Bundesregierung spielen.
Es steht Ihnen ein Abrufkontingent für Ihr Hotelzimmer bis zum 23.05.2025 zur Verfügung. Wir empfehlen Ihnen, sich frühzeitig um ein Hotelzimmer zu kümmern.
Wir freuen uns auf Sie!
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16.01.2025 | Der Bildungscampus der Stiftung Louisenlund war im April 2022 bereits Projekt des Monats bei uns. Hier wurde die Umgestaltung und Erweiterung des Forschungs-, Lern- und Studienzentrums und der Wohngebäude geplant. Neu errichtet werden sollten neben einem zweigeschossigen Schulgebäude auch Wohn- und Gemeinschaftsräume, so dass mehr als 600 Schülerinnen und Schüler die Schule und das Internat besuchen können. Auch wurde das Projekt im Rahmen einer Contracting-Tour mit MdL Andreas Hein am 15.09.2022 besichtigt und vorgestellt.
In unserem Interview mit dem Campusleiter Sven Meier erfahren Sie, welche Erfahrungen mit Contracting gemacht wurden. Das Interview führte Lea Timmermann.
Als Sie das letzte Neubauprojekt für Ihren Bildungscampus Louisenlund angegangen sind, haben Sie sich dazu entschieden auch die Wärmeversorgung des gesamten Areals zu erneuern. Wie kam es dazu und wieso haben Sie sich letztendlich dazu entschieden die Wärmeversorgung in die Hände eines Contracting-Unternehmens zu geben?
Wir haben zuletzt ein sehr großes Schulgebäude mit ungefähr 6.000 Quadratmetern Fläche und ein ringförmiges Wohngebäude gebaut. Für uns war klar: wenn wir neu bauen, dann energieeffizient und nachhaltig. Denn zum einen haben wir den Bildungsauftrag, unsere Schülerinnen und Schüler darin zu unterrichten, dass wir nachhaltig wirtschaften müssen, um unsere Klimaziele zu erreichen. Auf der anderen Seite haben wir die Chance gesehen, auch unsere anderen Gebäude mit einem sehr alten Versorgungsnetz entsprechend mitversorgen. Das Ziel war die Energieversorgung auf dem gesamten Gelände professionell, effizient und nachhaltig zu gestalten.
Das konnten wir als Bildungseinrichtung nicht selbst realisieren, weil das nicht unser Kerngeschäft ist und wir es dadurch nicht so professionell umsetzen könnten, wie es ein Contracting-Unternehmen kann. Contracting hat uns zudem ermöglicht, initiale Investitionskosten zu vermeiden und auf moderne Energie sowie effiziente Technik zusetzen, ohne diese selbst auch betreiben und warten zu müssen. Das ist ein entscheidender Punkt gewesen, ebenso wie die klare Kostenkontrolle.
Wie haben Sie sich auf die Suche nach dem Contracting-Unternehmen gemacht? Hatten Sie bestimmte Kriterien, die es erfüllen sollte?
Wir haben uns hier in der Region umgeschaut. Auch hier gibt es Energieberater und andere Personen, die sich darauf spezialisieren Gebäudeeigentümer:innen zu beraten, wie sie ein solches Vorhaben umsetzen können. Das haben wir in Anspruch genommen und sind letztendlich durch diese Beratung fündig geworden. Wir hatten zudem professionelle Unterstützung von unserem Architekturbüro, der Hochbaufirma und anderen Gewerken, so dass wir am Ende einen guten Anbieter finden konnten, der unsere spezifischen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit erfüllt. Es gab natürlich unterschiedliche Contracting-Anbieter mit denen wir gesprochen haben. Am Ende haben wir uns für get|2|energy mit Sitz in Kiel entschieden. Dadurch haben wir einen Ansprechpartner vor Ort, was für uns ein ganz wichtiger Punkt war, um schnellstmöglich agieren und kommunizieren zu können.
Sollten andere Gebäudebesitzer:innen und Institutionen, die ein Contracting-Unternehmen beauftragen wollen sich Ihrer Meinung nach ebenfalls bei der Auswahl beraten lassen?
Ja, das würde ich auf jeden Fall tun. Jemand, der sich das erste Mal mit Contracting befasst, sollte sich meines Erachtens nach professionelle Hilfe dazu holen, um wirklich passgenau den Partner zu finden, der das umsetzt, was man selbst haben möchte. Auch in den Verhandlungen haben wir gemerkt, dass es ein großer Vorteil war, Menschen an unserer Seite zu haben, die uns gesagt haben, worauf wir achten müssen und wen sie uns empfehlen können. Zusätzlich haben wir uns Referenzen des Unternehmens angeschaut. Wie gesagt: als Bildungsinstitution, deren Hauptaufgabe Bildung ist, hätten wir das in dem Umfang nicht leisten können. Eine professionelle Unterstützung bereits bei der Findung des Anbieters ist sicherlich von großem Vorteil.
Welche Anforderungen hatten Sie an das Contracting-Unternehmen? Was konnte Sie überzeugen und welche Erfahrungen haben Sie seitdem gemacht?
Für uns war auf der einen Seite klar, dass wir nachhaltig agieren wollten, dass wir also eine nachhaltige Wärmeversorgung haben wollten, die zuverlässig läuft und dass der Dienstleister entsprechend weiß, wie das gut zu installieren ist. Neben der regionalen Nähe, konnte uns get|2|energy durch ein breites Angebotsportfolio sowie gute und enge Gespräche überzeugen, bei denen wir gesagt haben, was unsere Anforderungen sind und die der Contracting-Partner erfüllen konnte. Für uns war durch diese Gespräche klar, dass wir mit denen zusammenarbeiten wollen. Eine gute und professionelle Zusammenarbeit muss man im Entscheidungsprozess für ein Unternehmen ja auch im Hinblick auf die Wartung und Optimierung der Anlage bedenken. Zudem konnten sie uns genau das anbieten, was wir wollten: eine Wärmeversorgung über eine Holzpelletheizung, die sich erweitern lässt und die künftig auch mit Grünschnittpellets gespeist werden kann. Das gibt uns die Möglichkeit, unseren eigenen Grünschnitt für die Wärmeversorgung zu verwenden. Auch nachdem die Anlage einige Jahre in Betrieb ist, sind unsere Erfahrungen mit unserem Contracting-Anbieter durchweg positiv. Die Mitarbeitenden von get|2|energy arbeiten sehr professionell und wissen, wie sie Dinge umzusetzen haben.
Hatten sie besondere Herausforderungen beim Bau des Wärmenetzes?
Eine besondere Anforderung war sicherlich, dass wir uns hier auf einem historischen und denkmalgeschützen Gelände bewegen, was sehr weitläufig ist. Zum einen mussten wir einen geeigneten Standort für die Heizzentrale finden. Aufgrund des historischen Parkgeländes mussten wie mit den Behörden und Trägern öffentlicher Belange eng zusammenarbeiten, um einen geeigneten Standort zu finden. Die Heizzentrale sollte möglichst unscheinbar sein. Wir wollten nicht, dass sie irgendwo mitten auf dem Schlossgelände steht, wo sie jeder sehen kann. Der Standort sollte aber auch strategisch für die Belieferung der Pellets gut zu erreichen sein. Das war sicherlich eine Herausforderung, die wir aber relativ schnell lösen konnten.
Darüber hinaus haben wir weite Wege für die Verlegung des neuen Wärmenetzes, das mussten wir gut planen. Wie und wo legen wir die Versorgungsleitungen über das Gelände? Wo kommen wir wie an die Häuser ran? Wir hatten insbesondere beim Schloss die große Herausforderung, die Wärmeversorgung in das Gebäude zu kriegen. Das hat aber mit dem Gebäude selbst zu tun, weil es wirklich alt ist und auf Feldsteinen gebaut ist. Es hat keine Betonsohle, durch die man einfach durchbohren kann, um es an das Wärmenetz anzuschließen.
Den Bau im laufenden Schulbetrieb zu machen war ebenfalls herausfordernd, weil natürlich alles offen lag, um die Wärmeleitungen unterirdisch verlegen zu können. Aber das haben wir gemeinsam mit dem Unternehmen und den ausführenden Firmen gut hingekriegt, so dass wir durch die professionelle Umsetzung in dieser Zeit wenige Einschränkungen erleben mussten. Hinzu kam, dass das Gelände so alt ist, dass es keine klassischen Leitungspläne gibt, durch die wir wussten, wo bereits etwas liegt. So macht man hier teilweise den Boden auf und stößt auf irgendein Kabel oder Rohr, was da vielleicht eigentlich gar nicht vermutet wurde. Dadurch wurde bei den Baggerarbeiten auch die ein oder andere Versorgungsleitung gekappt, die wir instand setzen mussten. Das war einfach dem Umstand geschuldet, dass das Gelände nicht zu 100 Prozent kartiert ist. Am Ende hat es aber gut funktioniert, sodass wir relativ zügig damit fertig geworden sind.
Wie lange hat die Umsetzung insgesamt gedauert?
Es hat knapp zwei Jahre gedauert. Zum Schuljahr 2022/2023 haben wir die Wärmeversorgung mit dem zwei Kilometer langen Netz in Betrieb genommen und die insgesamt 15 Bestandsgebäude und zwei Neubauten angeschlossen.
Warum lohnt sich aus Ihrer Sicht Contracting für Gebäudebesitzer:innen, speziell auch aus der Perspektive einer Bildungseinrichtung?
Für uns ist zum einen wichtig, dass wir als Schule gewisse Dinge vorleben und Schülerinnen und Schüler dahin erziehen, effizient und nachhaltig zu leben. Wenn wir das selbst als Schule nicht vorleben, dann ist das unserer Meinung nach nicht glaubwürdig. Das andere Argument für Contracting ist eine professionelle und effiziente Energieversorgung zu bekommen, ohne dass der Eigentümer selbst umfangreich investierten oder Fachwissen aufbauen muss. Natürlich haben wir in der Schule Fachpersonal, das sich mit dem Thema befasst und inhaltlich weiß, was Contracting ist. Aber das Thema ist auf dem gesamten Gelände so komplex, dass es für uns als Stiftung und Schule überhaupt nicht der richtige Weg wäre, das selbst zu realisieren. Gerade bei großen und komplexen Gebäudestrukturen hilft Contracting sehr, den organisatorischen Aufwand zu verringern. Denn das können wir gar nicht leisten und ich denke, das geht allen anderen Schulen auch so. Von daher lohnt es sich in jedem Fall, ein Wärmecontracting über eine professionelle Firma zu beauftragen.
Und jetzt im Betrieb, wie hoch ist Ihr Verwaltungsaufwand und wie stehen Sie mit dem Contracting Unternehmen in Kontakt?
Der Verwaltungsaufwand ist für uns deutlich gesunken. Da die Energieversorgung nicht mehr über Gas oder Öl läuft und auch die meisten Aufgaben, wie Reparaturen etc. beim Contracting-Unternehmen liegen. Wir tracken unseren Energieverbrauch und versuchen ihn natürlich durch energetische Sanierung alter Gebäudeentsprechend zu optimieren. Aber im Grunde bekommen wir von unserem Contracting-Unternehmen natürlich eine Jahresabrechnung auf der steht wieviel wir in welchem Gebäude verbraucht haben, sodass wir speziell auch noch mal in den einzelnen Gebäuden Anpassungen vornehmen können, wenn wir merken, dass es noch zu viel ist. Das funktioniert alles in enger Absprache, auch die Verbrauchsoptimierung mit unserem Anbieter.
Unsere Rolle als Stiftung beschränkt sich vor allem auf die Abstimmungen mit dem Contracting-Anbieter, die Überprüfung der Abrechnung sowie die gelegentliche Koordination. Aber der Großteil des Verwaltungsaufwands liegt beim Contracting-Unternehmen. Das ist für unser Client Facility Team eine deutliche Entlastung, weil auch der Energieeinkauf wegfällt bzw. reibungslos über den Contracting-Anbieter läuft. Ich kann nur jedem anderen größeren Unternehmen oder Standort empfehlen mit so einem Partner zusammenzuarbeiten, weil es den Verwaltungsaufwand für einen selbst reduziert und ein professioneller Partner die Dinge deutlich besser optimieren und umsetzen kann, als man selbst.
Keine Anlage ist störungsfrei: was geschieht, wenn ein Fehler auftritt?
Wir haben bei uns einen Meister, der auch eingewiesen ist, sich mit den Anlagen professionell befasst und auch Störungen beseitigen kann. Aber im Grunde genommen, wenn wir Fehler haben und nicht weiterkommen, dann kommunizieren wir mit unserem Contracting-Anbieter. Der wiederum regelt das unkompliziert und bedarfsorientiert. Entweder beraten sie uns telefonisch dabei, was es sein könnte oder sie kommen selbst raus. Das funktioniert aufgrund der Nähe zu unserem Standort relativ reibungslos und schnell. Es gibt dafür feste Ansprechpartner bei technischen Problemen oder organisatorischen Fragen. Zusätzlich gewährleisten regelmäßige Abstimmungstermine eine gute Zusammenarbeit.
Bislang haben wir kaum Probleme und Fehlermeldungen, weil das Netz mittlerweile sehr gut aufgebaut ist. Die Übergabe in die einzelnen Häuser funktioniert reibungslos und wir haben kaum Ausfälle bei den Heizungen. Es gibt hier und da sicherlich in den älteren Gebäuden mit den älteren Heizkörpern immer mal Probleme. Das liegt dann aber nicht an der Übergabe, sondern an der alten Gebäudeinfrastruktur. Ansonsten ist die technische Handhabung der gesamten Anlage problemlos.
Haben Sie weitere Pläne zur Steigerung der Energieeffizienz in ihren Gebäuden?
Ja, wir haben ja eine alte Gebäudestruktur. Dazu zählen insbesondere das Schloss, das Glockenhaus, der Marstall und das Kavalierhaus, sie sind alle um 1820 errichtet worden und in den letzten 60 Jahren nicht großartig in dem Bereich angefasst worden. Sie sind zwar auch an das Wärmenetz angeschlossen, aber wenn man sich die Gebäudehülle anschaut, insbesondere die Fenster, dann können wir dort die Energieeffizienz deutlich erhöhen. Wir haben kürzlich zum Beispiel im Schloss einen Teilbereich mit neuen Fenstern versehen. Vorher waren diese einfachverglast, so dass zu viel Wärme nach draußen gelangen konnte. Wir werden sukzessiv insbesondere die Fenster der Gebäude austauschen, hin zu energieeffizienter Verglasung, sodass wir künftig möglichst wenig Energieverluste haben. Die Herausforderung ist dabei der Denkmalschutz, da die Gebäude innen und außen denkmalgeschützt sind. Das heißt, wir müssen eng mit der Denkmalbehörde zusammenarbeiten, um entsprechend auch die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, die dann am Ende auch bewilligt und genehmigt werden. Ein Vorteil daran ist, dass wir über den Denkmalschutz Zuschüsse für die energetische Sanierung bekommen und Geld einsparen können.
Wir wollen alle Gebäude energieeffizient umrüsten, sofern dies nicht schon geschehen ist. Wir gehen Jahr für Jahr die Sanierung bestimmter Gebäude an – von der neuen Dacheindeckung bis zur Deckenisolierung. Das machen wir Schritt für Schritt, da dies hohe Investitionskosten sind, die gut überlegt sein müssen. Wir sind aber auf einem guten Weg, denn wir wollen langfristig die Gebäude so herstellen, dass wir wirklich energieeffizient und möglichst verlustfrei heizen können.
Würden sie wieder einen Contracting-Unternehmen beauftragen?
Grundsätzlich ja, es ist für uns eine große Hilfe gewesen gemeinsam mit dem Contracting-Unternehmen professionell ein Energiewärmenetz auf die Beine zu stellen. Das hätten wir ohne Hilfe nie geschafft. Allein der ganze administrative und planerische Teil. Natürlich können wir mit unserer Expertise dazu beisteuern, dass es gut funktioniert, aber die hauptsächliche Umsetzung des Netzes auf dem gesamten Campus hätten wir nicht geschafft und deswegen würde ich immer dazu raten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen bei solchen großen Maßnahmen, die zum einen eine hohe Investitionssumme bedeuten. Zum anderen möchte man möglichst wenig Fehler machen. Deswegen rate ich dazu mit einem Contracting-Unternehmen zusammenzuarbeiten, um es professionell umsetzen zu lassen und um langfristig Geld zu sparen. Damit kommt am Ende auch nicht das böse Erwachen, wenn man einen Fehler nicht mehr ausbügeln kann, denn im Zweifelsfall ist das Unternehmen haftbar, wenn irgendetwas nicht funktioniert. Alles zusammengedacht würden wir es in jedem Fall wieder so machen.
Was begeistert Sie an Contracting?
Auf unseren Standort bezogen begeistert mich, dass die verwendete Technik und die regenerativen Energien eine hohe Wirkung auf die Schülerinnen und Schüler und Erwachsenen haben. Wir haben ein großes Netz, das mit regenerativen Energien gespeist wird. Das hat einen positiven Effekt auf die eigene Wahrnehmung. Ich arbeite in einem Unternehmen, das sich darauf einlässt, regenerative Energien zum Einsatz zu bringen, das ist eine positive Geschichte, die ich gerne erzähle. Ich glaube, das können wir PR-technisch gut kommunizieren. Wir haben keinen Atomstrom mehr, kein Gas und wir sind bereit die Klimaziele zu unterstützen und das können wir gut nach außen tragen.
Was mich auch begeistert ist, dass get|2|energy in dieser Kürze der Zeit ein so großes Nahwärmenetz installieren konnte, um alle Gebäude zu versorgen. Dass das allein durch die Holzschnitzpellets geht, ist einzigartig. Zumal, wenn man überlegt, welchen Weg das Gas im Vergleich zu unseren Holzpellets zurücklegen muss, um bei uns anzukommen. Mich fasziniert diese Art der Wärmeversorgung auf unserem Campus, denn dadurch können wir unsere Schülerinnen und Schüler dahingehend erziehen, dass man nachhaltig agieren muss, um seine Ziele zu erreichen. Wenn wir mit gutem Beispiel vorangehen können, dann begeistert mich das sehr und wir hätten das ohne Contracting nicht erreichen können.
Wie ist die energieeffiziente Versorgung für Ihre Schülerinnen und Schüler spürbar und sichtbar?
Wir besprechen im unterrichtlichen Bereich das Thema Nachhaltigkeit. Die Stiftung Louisenlund hat unter anderem den Schwerpunktbereich der MINT-Förderung. Das bedeutet, wir haben knapp 70 Schülerinnen und Schüler in Louisenlund, die sich auf die MINT-Fächer spezialisieren und dort besonders talentiert sind. Sie haben ein großes Interesse daran zu erfahren, wie unsere Wärmeversorgung funktioniert und wollen selbst dazu forschen oder sich Optimierungen in unterschiedlichen Projekten überlegen. Darüber hinaus sprechen wir in den Gesellschaftswissenschaften darüber, was es bedeutet, nachhaltig zu agieren. Wie wichtig ist Klimaschutz? Welchen Teil können wir als Stiftung Louisenlund dazu beitragen? Wir haben uns deswegen auch mit Schülerinnen und Schülern die Installation der Nahwärmeversorgung angeschaut und gehen mit ihnen in die Heizzentrale, um zu schauen, wie unser Contracting-Projekt funktioniert: wie werden die Holzpelltes zu Wärme umgewandelt? Wo landet die Wärme und wie kommt sie zu uns ins Haus und in die Zimmer? Wir könnten das sicherlich noch ein wenig veranschaulichen, indem wir Tafeln oder Zähler über den Verbrauch aufstellen oder indem wir Wettbewerbe dazu machen. “Welches Haus verbraucht am wenigsten Energie?“ Wir sehen aber auch so unsere Verbräuche und haben mittlerweile massive Einsparungen.
Vielen Dank, es war ein sehr interessantes Gespräch.
04.11.2024 | Die Building Enerlytics GmbH und Ihre Marke cleanbrix hat unsere Teilnehmer:innen unserer 10. Ausgabe des „Innovationsforum Online“ am 24.10.2024 am meisten überzeugt und damit das Voting an diesem Tag gewonnen. Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn. Hier stellen wir Ihnen die Produkte und Dienstleistungen vor.
Eine gezielte Dekarbonisierungs- und Sanierungsplanung ist längst auf der Agenda nahezu aller Stakeholder der Immobilienindustrie. So klar das Ziel, so komplex scheint die Lösung, denn Daten von Bestandsgebäuden sind oft unvollständig und selbst Expert:innen haben Schwierigkeiten, diese zügig in verlässliche Erkenntnisse zur Entscheidungsfindung umzuwandeln.
cleanbrix macht die dafür notwendigen, komplexen technischen und ökonomischen Ansätze einfach nutzbar. Dank ansonsten vor allem in der Wissenschaft gängiger Algorithmen und KI-gestützter Tools ist cleanbrix in der Lage, minimale Ausgangsdaten so anzureichern und aufzubereiten, dass Asset Manager, ESG- und Energieberater, sowie Datenplattformen innerhalb kürzester Zeit entscheidungs- und handlungsfähig werden. Ob über API, Frontend oder Chatbot– cleanbrix passt sich den Bedürfnissen der Nutzer:innen an.
cleanbrix bietet technisch überlegene, thermische Computersimulationen in stündlicher Auflösung sowie umfassende Finanzmodelle und Szenarioanalysen, um Klima- und Marktrisiken zu bewältigen. Der Lösungsumfang von cleanbrix geht dabei weit über einfache Bewertungen hinaus:
– Erstellung vollständiger 3D-Gebäudemodelle bereits mit Adresseingabe – Umfassende Sanierungsplanung: Kosteneinsparungen, Kapitalwerte, CO2-Emissionen und mehr für alle gängigen Maßnahmen wie z.B. Wärmepumpe, Dämmung, PV- und Anlagensteuerung auf Basis hunderter detaillierter Gebäudesimulationen – Individualisierte Analysen: Optimierungen werden auf die Zielstellungen der Nutzer:innen angepasst – denn diese können sich abhängig von den Eigentums- und Nutzungsverhältnissen für dieselbe Immobilie erheblich unterscheiden. – Abbildung der „neuen Energiewelt“ mit dynamischen Strompreisen, PV auf jedem Dach, Wärmepumpen, Batteriespeichern und Elektroautos: die in der Energieberatungspraxis mit weitem Abstand am häufigsten genutzten Tools sind nicht in der Lage, komplexe, dynamische Energiesysteme realitätsnah abzubilden. Die von cleanbrix genutzten, stündlichen Simulationen hingegen schon.
cleanbrix ist ein leidenschaftliches Team aus Ingenieuren und Technologieexperten, das sich der Transformation von Analysen für Gebäudeenergie verschrieben hat.
Die Reise begann mit Forschungsarbeiten zu Energiesimulationen für komplexe Krankenhausgebäude, mit dem Fokus auf kosteneffiziente Sanierungen und Anpassungen von technischer Gebäudeausstattung. Das Team sah, wie selbst Energieexpert:innen mit komplexen Daten und unzureichenden Tools kämpften, und hat in der Folge cleanbrix entwickelt – um energetische Analysen einfacher umsetzbar, breiter verfügbar und zuverlässiger zu machen.
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29.10.2024 | Im Rahmen einer Contracting-Tour besichtigen mehr als 20 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen zwei erfolgreich umgesetzte Contracting-Projekte in Köln und Hürth. Sie folgten unserer gemeinsamen Einladung mit der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz, NRW.Energy4Climate. Die Tour zeigte effiziente Energiespar- beziehungsweise Energieliefermöglichkeiten für Kommunen auf.
Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate: „Wenn Kommunen ihren Gebäudebestand und ihre Energielieferungen nachhaltig aufstellen wollen, bieten Contractinglösungen, gerade in finanziell schwierigen Situationen, attraktive Möglichkeiten. Bei so einer Kooperation arbeiten Kommunen mit einem spezialisierten Contracting-Anbieter zusammen. Dieser bringt modernste Technik, Invest und langjährige Erfahrung ein. NRW.Energy4Climate bietet Kommunen Unterstützung und Begleitung auf diesem Weg.”
Tobias Dworschak, Vorsitzender des Vorstandes im vedec: „Die kommunale Wärmeplanung ist eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre. Unsere Mitgliedsunternehmen haben die Transformation der Wärmeversorgung fest im Blick. Das zeigt sich eindrucksvoll bei den vorgestellten Contracting-Projekten. Durch die Effizienzmaßnahmen senkt die Friedrich-Ebert-Realschule die Betriebskosten und verringert den CO2-Ausstoß maßgeblich. Die Stegerwaldsiedlung ist ein Musterbeispiel für eine zukunftsgewandte Wärmeversorgung im Gebäudebestand.“
Die Tour startete in Köln. Hier versorgt die RheinEnergie AG die Stegerwaldsiedlung mit Wärme und Strom. Die Stegerwaldsiedlung wurde in den 1950er Jahren erbaut. Sie umfasst heute ein Gebiet von circa 313.000 m² und besteht aus 1.395 Wohnungen.
Im Rahmen des EU-Projekts GrowSmarter modernisiert die Eigentümerin, die Deutsche Wohnungsgesellschaft mbH, DEWOG auf Basis eines integrierten Quartierskonzeptes zusammen mit der RheinEnergie und weiteren Partnern aktuell 16 Gebäude mit 689 Wohneinheiten.
Das Sanierungsvorhaben dient als Blaupause für künftige Quartiersentwicklungen insbesondere im Bestand. Strom wird dabei vorwiegend aus Sonne und Fernwärme gewonnen. Die Teilnehmenden besichtigten, was alles zum Energieliefer-Contracting gehört: wie eine PV-Anlage und PV-Module mit einer Fläche von insgesamt 5.600 Quadratmetern, und insgesamt 41 Luft-Wasser-Wärmepumpen. Auch 16 Batteriespeicher sind im Einsatz. So wird die Grundlast der Siedlung abgedeckt. Die Spitzenlast wird durch Fernwärme abgesichert. Der Energiebedarf der Gebäude betrug vor den Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen jährlich zwischen 130 bis 180 Kilowattstunden pro Quadratmeter für Heizung und Warmwasser. Nach der Sanierung liegen diese Werte bei jährlich 30 – 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Dadurch ergibt sich ein durchschnittlicher Brutto-Wärmepreis von monatlich 0,86 Cent pro Quadratmeter.
Unterwegs in der Stegerwaldsiedlung
RheinEnergie berichtet von den Erfahrungen der Energieversorgung
Teilnehmende der Tour in der Stegerwaldsiedlung
Von der Stadt Köln ging es nach Hürth. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besichtigten die Friedrich-Ebert-Realschule der Stadt Hürth und überzeugten sich vor Ort vom Potenzial des Energiespar-Contractings. Unser Mitglied ENGIE Deutschland GmbH übernahm die Betriebsführung und demonstrierte die Ergebnisse der energetischen Sanierung. ENGIE investierte in neueste Beleuchtungs- und Regelungstechnik sowie Heizungs- und Lüftungstechnik und optimierte so das Einsparpotenzial der Friedrich-Ebert-Realschule. Neben den 31 Klassenräumen modernisierte ENGIE auch die Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik der Turnhalle. Neuste Beleuchtungslösungen in Turnhalle und Schulgebäude sorgen für sichtbare Effizienzgewinne.
Die Realschule ist nicht alles: Dem Vertragsverhältnis liegt eine Ausschreibung der Stadt Hürth mit insgesamt 35 Liegenschaften zugrunde. Dazu gehören insgesamt zehn Grundschulen, drei weiterführende Schulen, sieben Kindertagesstäten, vier Flüchtlingsunterkünfte, ein Jugendzentrum, sechs Verwaltungsobjekte, eine Volkshochschule und ein Schwimmbad. Zusammen haben sie in den Jahren 2015 bis 2017 Heizkosten von jährlich circa 1.630.000 € verursacht und jährlich circa 6.800 Tonnen CO2 ausgestoßen. Das Gesamtprojekt erzielt eine Einsparung von jährlich 336.200 Euro für die 35 Liegenschaften. Die CO2-Einsparung beträgt jährlich 1.185 Tonnen.
Raumregeltechnik im Klassenraum
Besuch im Heizraum der Schule
Neues Beleuchtungskonzept in der Sporthalle
Die Vorstellung der beiden Beispiele soll diese Art von Kooperationsmodellen bei Kommunen bekannter machen und die Vorteile aufzeigen: Professionelle Energiedienstleister entlasten Kommunen bei der kommunalen Wärmeplanung durch das Energieliefer-Contracting. Der Contracting-Anbieter plant, finanziert und baut dabei die Netze und Anlagen. Über die Vertragslaufzeit hinweg übernimmt er die volle Verantwortung – also den Betrieb inklusive Wartung und Instandsetzung. Mit dem gleichen Modell kann der Contracting-Anbieter die Energieerzeugungslangen realisieren, die die Wärme in die Netze einspeist. Verkauft wird am Ende die Energie, die tatsächlich genutzt wird.
Beim Energiespar-Contracting wird eine Kommune innerhalb eines kurzen Zeitraums und mit einer Einspargarantie versehen vom Contracting-Anbieter auf dem Weg zur Energieeffizienz unterstützt. Städte und Gemeinden können so langfristig ihre Energiekosten und die damit verbundenen CO2-Emissionen senken und den kommunalen Haushalt dauerhaft entlasten. NRW.Energy4Climate unterstützt gemeinsam mit der dena (Deutsche Energieagentur) und deren Kompetenzzentrum Contracting als Modellprojekte die Städte Krefeld, Ratingen, Ennepetal, Schwelm und Gevelsberg sowie der Kreis Herford und den Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen. Wir setzen uns auch in NRW für verbesserte Rahmenbedingungen unserer Mitgliedsunternehmen ein, um die Wärmewende voranzubringen.
13.06.2024 | In diesem Jahr gewinnt naturstrom AG den Contracting Award 2024 für ihr Vorzeige-Öko-Quartier „KOKONI ONE“ in Berlin. Das Projekt setzt vollständig auf regenerative Energien und macht deutlich, wie wichtig professionelle Energiedienstleister sind. Wir gratulieren ganz herzlich!
Stefan Sagmeister von der Fachzeitschrift Energie & Management und Tobias Dworschak, Vorstandsvorsitzender des vedec übergaben im Rahmen unserer Sommerparty den begehrten Preis. Lea Schmid nahm den Preis stellvertretend für die naturstrom AG mit Freude entgegen.
In diesem Jahr sind insgesamt elf Bewerbungen eingegangen. Sie demonstrieren, wie vielseitig Contracting-Projekte die Energiewende unterstützen. Und sollen zeigen, dass Energiedienstleistungen ein wirksames Mittel sind, um signifikante Einsparungen an Brennstoffen, Emissionen und Energiekosten zu erreichen. Tobias Dworschak, Vorstandsvorsitzender des vedec: „Unser aller Ziel ist die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung von Gebäuden. Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrücklich, dass intelligentes Contracting sowohl im Neubau als auch im Bestand maßgeblich zum Gelingen der Energiewende beiträgt.“
1. Platz naturstrom AG – Öko-Quartier KOKONI ONE
2. Platz ENGIE Deutschland GmbH – Hotel Panorama Oberhof
3. Platz FRANK ECOenergy GmbH – Wohnquartier „helling – Quartier für buntes Leben“
Der Energieversorger und Contracting-Anbieter naturstrom AG hat für das Berliner Quartier „KOKONI ONE“ das Energiekonzept umgesetzt. Für die Jury sticht dieses Projekt unter den Einsendungen besonders heraus und erringt einen verdienten ersten Platz im Contracting Award 2024.
Für die 84 Doppel- und Reihenhäuser entziehen in etwa 100 Metern Tiefe 68 Erdwärmesonden dem Untergrund auf einem Temperaturniveau von um die 5 Grad Celsius Energie, die über gedämmte Rohrleitungen in die Energiezentrale des Quartiers geleitet wird. Dort heben zwei Sole-Wasser-Wärmepumpen die Temperatur des Wassers auf 40 Grad an. Das mehr als 1.200 Meter umfassende Niedertemperatur-Nahwärmenetz bringt die Heizenergie anschließend in die Gebäude. In den Sommermonaten werden die Energieflüsse zur passiven Kühlung umgedreht: Überschüssige Wärme wird den Gebäuden entzogen, durch das Netz zu den Wärmesonden geführt und das Erdreich energetisch regeneriert.
Nicht nur die vollständig regenerative Versorgung mit Erdwärme und Wärmepumpen, auch die Bauweise der Doppel- und Reihenhäuser mit ihren hölzernen Fassaden, Grünflächen und dachintegrierten Photovoltaikmodulen überzeugt in diesem Projekt. Dazu trägt auch die Rückkühleinheit bei, die außerdem die Anzahl der benötigten Sonden und damit die Investitionskosten reduziert hat. Im Nordosten Berlins wurde ein zukunftsweisendes Projekt realisiert, das die Bedürfnisse der Menschen und der Umwelt in Einklang bringt. Die intelligente Verknüpfung der Sektoren (Mieter-)Strom, Wärme und E-Mobilität ermöglicht den Bewohnerinnen und Bewohnern eine besonders effiziente Energienutzung.
Für den Neubau von Quartieren hat diese Lösung für die Jury Vorbildcharakter. Darüber hinaus zeigt das Projekt die Wichtigkeit von professionellen Energiedienstleistern, die bedacht Bedarfe und Potenziale eines gesamten Quartiers ermitteln und damit ein Optimum an unterschiedlichen Versorgungsvarianten erstellen. Besonders der frühzeitige Beginn der gemeinsamen Planung zwischen Energiedienstleister und Bauinitiator, im Idealfall bereits bei der Planung der Flächennutzung und -gestaltung, ermöglicht eine für Mensch und Natur ideale Energieversorgung.
ENGIE Deutschland hat ein Energiespar-Contracting für das Hotel Panorama im thüringischen Oberhof umgesetzt und sich damit den zweiten Platz beim Contracting Award gesichert. Die Jury zeichnet das Projekt unter anderem wegen des langfristig zwischen Hotelbetreiber und ENGIE angelegten Konzepts zur energetischen Verbesserung des denkmalgeschützten Hotels aus. In diesem Rahmen sind unterschiedliche Energiespar-Contracting-Verträge für verschiedene Maßnahmen abgeschlossen worden, die neben den garantierten Einsparungen deutlich machen, wie wichtig ein gemeinsamer Ansatz und ein abgestimmtes Vorgehen mit gegenseitigem Vertrauen auch über längere Zeiträume ist.
Seit 2018 ist die Ahorn Hotels & Resorts neue Eigentümerin und ließ das Gebäude sanieren. ENGIE Deutschland wurde mit der energetischen Optimierung beauftragt. Es wurden unter anderem die Lüftungs- und Heiztechnik, die Kälteanlagen für die Küche sowie die Lüftungsanlage für das Schwimmbad erneuert. Die Beleuchtung ist im gesamten Hotelbereich auf LED umgestellt. Über ein Energiemonitoringsystem können die Verbräuche reportet werden. Zusätzlich optimierte man den Strombezug, indem über ein dynamisches Lastabwurfsystem die geförderten Stromverbräuche zeitweise abgeschaltet werden. Seitens der Erzeugungsanlagen erneuerte man die Gaskesselanlage und das Blockheizkraftwerk.
Das Projekt besticht durch ein buntes Potpourri aus Einzelmaßnahmen. Im Mittelpunkt stehen die Energieeinsparungen in der Lüftung, der Küche, im Schwimmbad und bei der Beleuchtung, die teils zu intelligenten Lösungen miteinander verknüpft sind: So wird die bisher an die Umwelt abgegebene warme Kondensationsseite bei der Küchenkühlung nun direkt im Kältemittelkreis ausgekoppelt und zur Erwärmung des Schwimmbadwassers genutzt. Das Projekt steht damit beispielhaft für ein durchdachtes und die Sektoren verknüpfendes Konzept von Effizienzmaßnahmen im Bestand.
Auf dem Gelände der ehemaligen Schiffsbauversuchsanstalt hat der Hamburger Contracting-Dienstleister FRANK 149 Wohnungen mit einer Bruttogeschossfläche von 20.000 Quadratmetern im KfW-„Effizienzhaus 40“-Standard errichtet. Bei diesem Projekt wird die Wärme des Hamburger Abwassers genutzt. Eine flexibel regelbare Elektrowärmepumpe übernimmt in der Heizperiode die Grundlast der Wärmeversorgung, deckt in der Übergangszeit die Heizlast und unterstützt im Sommer die Warmwasserbereitung. Darüber hinaus ist ganzjährig ein Blockheizkraftwerk in Betrieb. Zur regenerativen Stromerzeugung sind alle Dachflächen als Solargründächer ausgeführt. Neben der extensiven Dachbegrünung sind zwei Photovoltaikanlagen installiert.
In der Jury wurde lange über die Frage diskutiert, wie gut ein Projekt, das noch fossiles Erdgas zur Wärme- und Stromerzeugung einsetzt, geeignet ist, mit dem Contracting Award ausgezeichnet zu werden. Auf der anderen Seite besticht das Projekt ganz wesentlich durch drei Aspekte, die zu einem dritten Platz geführt haben:
Erstens die Einbindung des Mischwassersiels und der Bau von Hamburgs längstem Abwasserwärmetauscher. In der Nutzung der Abwasserwärme liegt ein großes, vielfach ungenutztes Potenzial, dessen Stellenwert mit dieser Auszeichnung unterstrichen werden soll. Zweitens koppelt das Projekt die Sektoren Wärme und Strom sowie Mobilität in einer durchdachten Lösung: Die Elektrowärmepumpe, das BHKW und die Photovoltaikanlage sind dabei so aufeinander abgestimmt, dass die Elektrowärmepumpe nur mit dem selbst im Quartier produzierten Strom versorgt wird. Von den 86 Tiefgaragenstellplätzen sind 64 elektrifiziert; FRANK stellt auf Wunsch eine Ladelösung zur Verfügung und liefert auch den Strom. Drittens zeigt das Projekt, dass es nicht die eine erneuerbare Versorgung gibt: Bei jedem Projekt gilt es von Neuem, die Möglichkeiten der regenerativen Versorgung auszuloten, und meist ist eine Versorgung aus mehreren Energiequellen die sinnvollste Variante.