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  • Contractingerfahrungen am Beispiel Bildungscampus Louisenlund

    Contractingerfahrungen am Beispiel Bildungscampus Louisenlund

    16.01.2025 | Der Bildungscampus der Stiftung Louisenlund war im April 2022 bereits Projekt des Monats bei uns. Hier wurde die Umgestaltung und Erweiterung des Forschungs-, Lern- und Studienzentrums und der Wohngebäude geplant. Neu errichtet werden sollten neben einem zweigeschossigen Schulgebäude auch Wohn- und Gemeinschaftsräume, so dass mehr als 600 Schülerinnen und Schüler die Schule und das Internat besuchen können. Auch wurde das Projekt im Rahmen einer Contracting-Tour mit MdL Andreas Hein am 15.09.2022 besichtigt und vorgestellt.
    Sven Meier, Foto © Stiftung-Louisenlund-Tom-Koerber
    In unserem Interview mit dem Campusleiter Sven Meier erfahren Sie, welche Erfahrungen mit Contracting gemacht wurden. Das Interview führte Lea Timmermann.
    Als Sie das letzte Neubauprojekt für Ihren Bildungscampus Louisenlund angegangen sind, haben Sie sich dazu entschieden auch die Wärmeversorgung des gesamten Areals zu erneuern. Wie kam es dazu und wieso haben Sie sich letztendlich dazu entschieden die Wärmeversorgung in die Hände eines Contracting-Unternehmens zu geben?
    Wir haben zuletzt ein sehr großes Schulgebäude mit ungefähr 6.000 Quadratmetern Fläche und ein ringförmiges Wohngebäude gebaut. Für uns war klar: wenn wir neu bauen, dann energieeffizient und nachhaltig. Denn zum einen haben wir den Bildungsauftrag, unsere Schülerinnen und Schüler darin zu unterrichten, dass wir nachhaltig wirtschaften müssen, um unsere Klimaziele zu erreichen. Auf der anderen Seite haben wir die Chance gesehen, auch unsere anderen Gebäude mit einem sehr alten Versorgungsnetz entsprechend mitversorgen. Das Ziel war die Energieversorgung auf dem gesamten Gelände professionell, effizient und nachhaltig zu gestalten.

    Das konnten wir als Bildungseinrichtung nicht selbst realisieren, weil das nicht unser Kerngeschäft ist und wir es dadurch nicht so professionell umsetzen könnten, wie es ein Contracting-Unternehmen kann. Contracting hat uns zudem ermöglicht, initiale Investitionskosten zu vermeiden und auf moderne Energie sowie effiziente Technik zusetzen, ohne diese selbst auch betreiben und warten zu müssen. Das ist ein entscheidender Punkt gewesen, ebenso wie die klare Kostenkontrolle.
    Wie haben Sie sich auf die Suche nach dem Contracting-Unternehmen gemacht? Hatten Sie bestimmte Kriterien, die es erfüllen sollte?
    Wir haben uns hier in der Region umgeschaut. Auch hier gibt es Energieberater und andere Personen, die sich darauf spezialisieren Gebäudeeigentümer:innen zu beraten, wie sie ein solches Vorhaben umsetzen können. Das haben wir in Anspruch genommen und sind letztendlich durch diese Beratung fündig geworden. Wir hatten zudem professionelle Unterstützung von unserem Architekturbüro, der Hochbaufirma und anderen Gewerken, so dass wir am Ende einen guten Anbieter finden konnten, der unsere spezifischen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit erfüllt. Es gab natürlich unterschiedliche Contracting-Anbieter mit denen wir gesprochen haben. Am Ende haben wir uns für get|2|energy mit Sitz in Kiel entschieden. Dadurch haben wir einen Ansprechpartner vor Ort, was für uns ein ganz wichtiger Punkt war, um schnellstmöglich agieren und kommunizieren zu können.
    Sollten andere Gebäudebesitzer:innen und  Institutionen, die ein Contracting-Unternehmen beauftragen wollen sich Ihrer Meinung nach ebenfalls bei der Auswahl beraten lassen?
    Ja, das würde ich auf jeden Fall tun. Jemand, der sich das erste Mal mit Contracting befasst, sollte sich meines Erachtens nach professionelle Hilfe dazu holen, um wirklich passgenau den Partner zu finden, der das umsetzt, was man selbst haben möchte. Auch in den Verhandlungen haben wir gemerkt, dass es ein großer Vorteil war, Menschen an unserer Seite zu haben, die uns gesagt haben, worauf wir achten müssen und wen sie uns empfehlen können. Zusätzlich haben wir uns Referenzen des Unternehmens angeschaut. Wie gesagt: als Bildungsinstitution, deren Hauptaufgabe Bildung ist, hätten wir das in dem Umfang nicht leisten können. Eine professionelle Unterstützung bereits bei der Findung des Anbieters ist sicherlich von großem Vorteil.
    Welche Anforderungen hatten Sie an das Contracting-Unternehmen? Was konnte Sie überzeugen und welche Erfahrungen haben Sie seitdem gemacht?
    Für uns war auf der einen Seite klar, dass wir nachhaltig agieren wollten, dass wir also eine nachhaltige Wärmeversorgung haben wollten, die zuverlässig läuft und dass der Dienstleister entsprechend weiß, wie das gut zu installieren ist. Neben der regionalen Nähe, konnte uns get|2|energy durch ein breites Angebotsportfolio sowie gute und enge Gespräche überzeugen, bei denen wir gesagt haben, was unsere Anforderungen sind und die der Contracting-Partner erfüllen konnte. Für uns war durch diese Gespräche klar, dass wir mit denen zusammenarbeiten wollen. Eine gute und professionelle Zusammenarbeit muss man im Entscheidungsprozess für ein Unternehmen ja auch im Hinblick auf die Wartung und Optimierung der Anlage bedenken. Zudem konnten sie uns genau das anbieten, was wir wollten: eine Wärmeversorgung über eine Holzpelletheizung, die sich erweitern lässt und die künftig auch mit Grünschnittpellets gespeist werden kann. Das gibt uns die Möglichkeit, unseren eigenen Grünschnitt für die Wärmeversorgung zu verwenden.  Auch nachdem die Anlage einige Jahre in Betrieb ist, sind unsere Erfahrungen mit unserem Contracting-Anbieter durchweg positiv. Die Mitarbeitenden von get|2|energy arbeiten sehr professionell und wissen, wie sie Dinge umzusetzen haben.
    Hatten sie besondere Herausforderungen beim Bau des Wärmenetzes?
    Eine besondere Anforderung war sicherlich, dass wir uns hier auf einem historischen und denkmalgeschützen Gelände bewegen, was sehr weitläufig ist. Zum einen mussten wir einen geeigneten Standort für die Heizzentrale finden. Aufgrund des historischen Parkgeländes mussten wie mit den Behörden und Trägern öffentlicher Belange eng zusammenarbeiten, um einen geeigneten Standort zu finden. Die Heizzentrale sollte möglichst unscheinbar sein. Wir wollten nicht, dass sie irgendwo mitten auf dem Schlossgelände steht, wo sie jeder sehen kann. Der Standort sollte aber auch strategisch für die Belieferung der Pellets gut zu erreichen sein. Das war sicherlich eine Herausforderung, die wir aber relativ schnell lösen konnten.

    Darüber hinaus haben wir weite Wege für die Verlegung des neuen Wärmenetzes, das mussten wir gut planen. Wie und wo legen wir die Versorgungsleitungen über das Gelände? Wo kommen wir wie an die Häuser ran? Wir hatten insbesondere beim Schloss die große Herausforderung, die Wärmeversorgung in das Gebäude zu kriegen. Das hat aber mit dem Gebäude selbst zu tun, weil es wirklich alt ist und auf Feldsteinen gebaut ist. Es hat keine Betonsohle, durch die man einfach durchbohren kann, um es an das Wärmenetz anzuschließen.

    Den Bau im laufenden Schulbetrieb zu machen war ebenfalls herausfordernd, weil natürlich alles offen lag, um die Wärmeleitungen unterirdisch verlegen zu können. Aber das haben wir gemeinsam mit dem Unternehmen und den ausführenden Firmen gut hingekriegt, so dass wir durch die professionelle Umsetzung in dieser Zeit wenige Einschränkungen erleben mussten.
    Hinzu kam, dass das Gelände so alt ist, dass es keine klassischen Leitungspläne gibt, durch die wir wussten, wo bereits etwas liegt. So macht man hier teilweise den Boden auf und stößt auf irgendein Kabel oder Rohr, was da vielleicht eigentlich gar nicht vermutet wurde. Dadurch wurde bei den Baggerarbeiten auch die ein oder andere Versorgungsleitung gekappt, die wir instand setzen mussten. Das war einfach dem Umstand geschuldet, dass das Gelände nicht zu 100 Prozent kartiert ist. Am Ende hat es aber gut funktioniert, sodass wir relativ zügig damit fertig geworden sind.
    Wie lange hat die Umsetzung insgesamt gedauert?
    Es hat knapp zwei Jahre gedauert. Zum Schuljahr 2022/2023 haben wir die Wärmeversorgung mit dem zwei Kilometer langen Netz in Betrieb genommen und die insgesamt 15 Bestandsgebäude und zwei Neubauten angeschlossen.
    Warum lohnt sich aus Ihrer Sicht Contracting für Gebäudebesitzer:innen, speziell auch aus der Perspektive einer Bildungseinrichtung?
    Für uns ist zum einen wichtig, dass wir als Schule gewisse Dinge vorleben und Schülerinnen und Schüler dahin erziehen, effizient und nachhaltig zu leben. Wenn wir das selbst als Schule nicht vorleben, dann ist das unserer Meinung nach nicht glaubwürdig. Das andere Argument für Contracting ist eine professionelle und effiziente Energieversorgung zu bekommen, ohne dass der Eigentümer selbst umfangreich investierten oder Fachwissen aufbauen muss. Natürlich haben wir in der Schule Fachpersonal, das sich mit dem Thema befasst und inhaltlich weiß, was Contracting ist. Aber das Thema ist auf dem gesamten Gelände so komplex, dass es für uns als Stiftung und Schule überhaupt nicht der richtige Weg wäre, das selbst zu realisieren. Gerade bei großen und komplexen Gebäudestrukturen hilft Contracting sehr, den organisatorischen Aufwand zu verringern. Denn das können wir gar nicht leisten und ich denke, das geht allen anderen Schulen auch so. Von daher lohnt es sich in jedem Fall, ein Wärmecontracting über eine professionelle Firma zu beauftragen.
    Und jetzt im Betrieb, wie hoch ist Ihr Verwaltungsaufwand und wie stehen Sie mit dem Contracting Unternehmen in Kontakt?
    Der Verwaltungsaufwand ist für uns deutlich gesunken. Da die Energieversorgung nicht mehr über Gas oder Öl läuft und auch die meisten Aufgaben, wie Reparaturen etc. beim Contracting-Unternehmen liegen. Wir tracken unseren Energieverbrauch und versuchen ihn natürlich durch energetische Sanierung alter Gebäudeentsprechend zu optimieren. Aber im Grunde bekommen wir von unserem Contracting-Unternehmen natürlich eine Jahresabrechnung auf der steht wieviel wir in welchem Gebäude verbraucht haben, sodass wir speziell auch noch mal in den einzelnen Gebäuden Anpassungen vornehmen können, wenn wir merken, dass es noch zu viel ist. Das funktioniert alles in enger Absprache, auch die Verbrauchsoptimierung mit unserem Anbieter.

    Unsere Rolle als Stiftung beschränkt sich vor allem auf die Abstimmungen mit dem Contracting-Anbieter, die Überprüfung der Abrechnung sowie die gelegentliche Koordination. Aber der Großteil des Verwaltungsaufwands liegt beim Contracting-Unternehmen. Das ist für unser Client Facility Team eine deutliche Entlastung, weil auch der Energieeinkauf wegfällt bzw. reibungslos über den Contracting-Anbieter läuft. Ich kann nur jedem anderen größeren Unternehmen oder Standort empfehlen mit so einem Partner zusammenzuarbeiten, weil es den Verwaltungsaufwand für einen selbst reduziert und ein professioneller Partner die Dinge deutlich besser optimieren und umsetzen kann, als man selbst.
    Keine Anlage ist störungsfrei: was geschieht, wenn ein Fehler auftritt?
    Wir haben bei uns einen Meister, der auch eingewiesen ist, sich mit den Anlagen professionell befasst und auch Störungen beseitigen kann. Aber im Grunde genommen, wenn wir Fehler haben und nicht weiterkommen, dann kommunizieren wir mit unserem Contracting-Anbieter. Der wiederum regelt das unkompliziert und bedarfsorientiert. Entweder beraten sie uns telefonisch dabei, was es sein könnte oder sie kommen selbst raus. Das funktioniert aufgrund der Nähe zu unserem Standort relativ reibungslos und schnell. Es gibt dafür feste Ansprechpartner bei technischen Problemen oder organisatorischen Fragen. Zusätzlich gewährleisten regelmäßige Abstimmungstermine eine gute Zusammenarbeit.

    Bislang haben wir kaum Probleme und Fehlermeldungen, weil das Netz mittlerweile sehr gut aufgebaut ist. Die Übergabe in die einzelnen Häuser funktioniert reibungslos und wir haben kaum Ausfälle bei den Heizungen. Es gibt hier und da sicherlich in den älteren Gebäuden mit den älteren Heizkörpern immer mal Probleme. Das liegt dann aber nicht an der Übergabe, sondern an der alten Gebäudeinfrastruktur. Ansonsten ist die technische Handhabung der gesamten Anlage problemlos.
    Haben Sie weitere Pläne zur Steigerung der Energieeffizienz in ihren Gebäuden?
    Ja, wir haben ja eine alte Gebäudestruktur. Dazu zählen insbesondere das Schloss, das Glockenhaus, der Marstall und das Kavalierhaus, sie sind alle um 1820 errichtet worden und in den letzten 60 Jahren nicht großartig in dem Bereich angefasst worden. Sie sind zwar auch an das Wärmenetz angeschlossen, aber wenn man sich die Gebäudehülle anschaut, insbesondere die Fenster, dann können wir dort die Energieeffizienz deutlich erhöhen. Wir haben kürzlich zum Beispiel im Schloss einen Teilbereich mit neuen Fenstern versehen. Vorher waren diese einfachverglast, so dass zu viel Wärme nach draußen gelangen konnte. Wir werden sukzessiv insbesondere die Fenster der Gebäude austauschen, hin zu energieeffizienter Verglasung, sodass wir künftig möglichst wenig Energieverluste haben. Die Herausforderung ist dabei der Denkmalschutz, da die Gebäude innen und außen denkmalgeschützt sind. Das heißt, wir müssen eng mit der Denkmalbehörde zusammenarbeiten, um entsprechend auch die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, die dann am Ende auch bewilligt und genehmigt werden. Ein Vorteil daran ist, dass wir über den Denkmalschutz Zuschüsse für die energetische Sanierung bekommen und Geld einsparen können.

    Wir wollen alle Gebäude energieeffizient umrüsten, sofern dies nicht schon geschehen ist. Wir gehen Jahr für Jahr die Sanierung bestimmter Gebäude an – von der neuen Dacheindeckung bis zur Deckenisolierung. Das machen wir Schritt für Schritt, da dies hohe Investitionskosten sind, die gut überlegt sein müssen. Wir sind aber auf einem guten Weg, denn wir wollen langfristig die Gebäude so herstellen, dass wir wirklich energieeffizient und möglichst verlustfrei heizen können.
    Würden sie wieder einen Contracting-Unternehmen beauftragen?
    Grundsätzlich ja, es ist für uns eine große Hilfe gewesen gemeinsam mit dem Contracting-Unternehmen professionell ein Energiewärmenetz auf die Beine zu stellen. Das hätten wir ohne Hilfe nie geschafft. Allein der ganze administrative und planerische Teil. Natürlich können wir mit unserer Expertise dazu beisteuern, dass es gut funktioniert, aber die hauptsächliche Umsetzung des Netzes auf dem gesamten Campus hätten wir nicht geschafft und deswegen würde ich immer dazu raten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen bei solchen großen Maßnahmen, die zum einen eine hohe Investitionssumme bedeuten. Zum anderen möchte man möglichst wenig Fehler machen. Deswegen rate ich dazu mit einem Contracting-Unternehmen zusammenzuarbeiten, um es professionell umsetzen zu lassen und um langfristig Geld zu sparen. Damit kommt am Ende auch nicht das böse Erwachen, wenn man einen Fehler nicht mehr ausbügeln kann, denn im Zweifelsfall ist das Unternehmen haftbar, wenn irgendetwas nicht funktioniert. Alles zusammengedacht würden wir es in jedem Fall wieder so machen.
    Was begeistert Sie an Contracting?
    Auf unseren Standort bezogen begeistert mich, dass die verwendete Technik und die regenerativen Energien eine hohe Wirkung auf die Schülerinnen und Schüler und Erwachsenen haben. Wir haben ein großes Netz, das mit regenerativen Energien gespeist wird. Das hat einen positiven Effekt auf die eigene Wahrnehmung. Ich arbeite in einem Unternehmen, das sich darauf einlässt, regenerative Energien zum Einsatz zu bringen, das ist eine positive Geschichte, die ich gerne erzähle. Ich glaube, das können wir PR-technisch gut kommunizieren. Wir haben keinen Atomstrom mehr, kein Gas und wir sind bereit die Klimaziele zu unterstützen und das können wir gut nach außen tragen.

    Was mich auch begeistert ist, dass get|2|energy in dieser Kürze der Zeit ein so großes Nahwärmenetz installieren konnte, um alle Gebäude zu versorgen. Dass das allein durch die Holzschnitzpellets geht, ist einzigartig. Zumal, wenn man überlegt, welchen Weg das Gas im Vergleich zu unseren Holzpellets zurücklegen muss, um bei uns anzukommen. Mich fasziniert diese Art der Wärmeversorgung auf unserem Campus, denn dadurch können wir unsere Schülerinnen und Schüler dahingehend erziehen, dass man nachhaltig agieren muss, um seine Ziele zu erreichen. Wenn wir mit gutem Beispiel vorangehen können, dann begeistert mich das sehr und wir hätten das ohne Contracting nicht erreichen können.
    Wie ist die energieeffiziente Versorgung für Ihre Schülerinnen und Schüler spürbar und sichtbar?
    Wir besprechen im unterrichtlichen Bereich das Thema Nachhaltigkeit. Die Stiftung Louisenlund hat unter anderem den Schwerpunktbereich der MINT-Förderung. Das bedeutet, wir haben knapp 70 Schülerinnen und Schüler in Louisenlund, die sich auf die MINT-Fächer spezialisieren und dort besonders talentiert sind. Sie haben ein großes Interesse daran zu erfahren, wie unsere Wärmeversorgung funktioniert und wollen selbst dazu forschen oder sich Optimierungen in unterschiedlichen Projekten überlegen. Darüber hinaus sprechen wir in den Gesellschaftswissenschaften darüber, was es bedeutet, nachhaltig zu agieren. Wie wichtig ist Klimaschutz? Welchen Teil können wir als Stiftung Louisenlund dazu beitragen? Wir haben uns deswegen auch mit Schülerinnen und Schülern die Installation der Nahwärmeversorgung angeschaut und gehen mit ihnen in die Heizzentrale, um zu schauen, wie unser Contracting-Projekt funktioniert: wie werden die Holzpelltes zu Wärme umgewandelt? Wo landet die Wärme und wie kommt sie zu uns ins Haus und in die Zimmer? Wir könnten das sicherlich noch ein wenig veranschaulichen, indem wir Tafeln oder Zähler über den Verbrauch aufstellen oder indem wir Wettbewerbe dazu machen. “Welches Haus verbraucht am wenigsten Energie?“ Wir sehen aber auch so unsere Verbräuche und haben mittlerweile massive Einsparungen.
    Vielen Dank, es war ein sehr interessantes Gespräch.
    Schloss Louisenlund. Foto: © Stiftung Louisenlund


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  • Kühlen und Heizen mit Eisspeicher und Wärmepumpe

    Kühlen und Heizen mit Eisspeicher und Wärmepumpe

    10.01.2025 | Der Rohbau steht, die Energiezentralen und Speicher kommen. Gemeinsam mit ihrem Kunden STRABAG Real Estate realisiert die MVV Enamic in Hamburg ein Projekt, das in Sachen Energieversorgung neue Maßstäbe setzt. Mit dem Bürogebäude BORX entsteht bis 2026 ein neues Quartier, das in puncto Nachhaltigkeit, regenerativer Energiequellen, Kreislaufwirtschaft und ressourcenschonender Bauweise höchste Standards umsetzt.

    Die MVV Enamic übernimmt in diesem Projekt die Planung, den Bau und die Finanzierung der gesamten Erzeugungsanlagen wie Wärmepumpe, Eisspeicher, PV-Anlage und Kältemaschine. Zudem bezieht die MVV für dieses Quartier die Fernwärme und gibt diese an die zukünftigen Mieterinnen und Mieter weiter.

    Hier geht es zum Projekt.
    © 3D Visualisierung: dreidesign.com
    Technikzentrale, Foto © MVV Enamic GmbH


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  • Pallasseum – Bestand erhält Abwärme aus Rechenzentrum

    Pallasseum – Bestand erhält Abwärme aus Rechenzentrum

    09.12.2024 | Bestandsgebäude erhält Abwärme aus Rechenzentrum
    Das Pallasseum in Berlin-Schöneberg ist eines der bekanntesten Wohngebäude der Stadt. Erbaut in den 1970er-Jahren, weist es einen gebäudetypisch hohen Wärmeverbrauch auf. Als kommunale Eigentümerin stand die Gewobag* vor der Herausforderung, die aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) langfristig geforderte Dekarbonisierung des Objektes sozialverträglich zu gestalten. Außerdem stellt die unter Denkmalschutz stehende Gebäudehülle eine Hürde für bauliche Veränderungen dar.

    Ab Oktober 2025 wird das Pallasseum mit Abwärme aus einem benachbarten ITK-Netzknoten der PASM Power and Air Condition Solution Management GmbH, einem Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, versorgt. Damit kann der Wärmebedarf zu 65 % aus unvermeidbarer Abwärme und damit GEG-konform gedeckt werden.

    Mit diesem neuen Energiekonzept ist eine nachhaltige und kostenneutrale Umstellung der Versorgung im Bestand möglich. (Kostenneutralität nach WärmeLV)

    Hier geht es zum Projekt.
    Foto © Dirk Franke
    Foto © Peter Kuley


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  • Wohnquartier in Köln nutzt Abwasser als Wärmequelle

    Wohnquartier in Köln nutzt Abwasser als Wärmequelle

    14.10.2024 | Das von dem Projektentwickler wvm Gruppe und der naturstrom AG realisierte Quartier LÜCK in Köln-Ehrenfeld nutzt eine bislang kaum erschlossene Wärmequelle: Städtisches Abwasser dient einer zentralen Wärmepumpe als Energiereservoir. Der Strom für die Wärmeerzeugung kommt direkt von Photovoltaikanlagen auf den Gebäudedächern, ergänzt um Ökostrom aus dem öffentlichen Netz.

    Mit dem Bau des Wohnquartiers hat die wvm Gruppe bereits 2023 begonnen. Auf einem brachliegenden Fabrikgelände entstehen derzeit vier Mehrparteienhäuser für 216 Wohneinheiten und eine Großtagespflege. Neben Abwasserwärme nutzt LÜCK auch Solarstrom direkt vom eigenen Dach.

    Die Trinkwasser-Erhitzung übernehmen dezentrale Wohnungsstationen in den einzelnen Wohneinheiten. So können die Vorlauftemperaturen für die Bereitstellung der Raumwärme niedrig und besonders effizient gehalten werden.

    Die Hauptenergiequelle liegt nur wenige Meter außerhalb des Quartiers. Auf einer Länge von rund 120 Metern entzieht ein Wärmetauscher dem vorbeirauschenden Abwasser Wärmeenergie.

    Hier geht es zum Projekt.
    Foto © naturstrom AG – Wärmespeicher auf der Baustelle
    Foto © Picksells – Visualisierung Quartier LÜCK


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  • Geothermie für Gewerbe – Neubau mitten in Berlin

    Geothermie für Gewerbe – Neubau mitten in Berlin

    09.09.2024 | Nach achtjähriger Bau- und Entwicklungszeit ist im ehemaligen Kreuzberger Postblock, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Anhalter Bahnhof, ein urbanes Stadtquartier mit Wohnungen, Ladeneinheiten, Büros und einer Kindertagesstätte entstanden.

    Das siebengeschossige Bürogebäude „Pulse Berlin“ mit Tiefgarage mit ca. 14.500 m² Mietfläche bildet den Abschluss der Entwicklung des ca. 3.000 m² großen Grundstücks.

    Es handelt sich um ein Bürogebäude, welches nach dem Cradle to Cradle Prinzip (kostbare Ressourcen werden nicht verschwendet, sondern wieder verwendet) entwickeltet wurde.

    Der Versorger GASAG Solution Plus steuerte in enger Partnerschaft mit dem Bauträger Kondor Wessels und Reggeborgh das Energiekonzept bei und setzte es um. Das Besondere: Unter der Bodenplatte im Untergeschoss wurden 32 Erdsonden installiert. Auf diese Weise werden 99 kWth erzeugt, die sowohl zur Beheizung als auch zur Klimatisierung des Gebäudes genutzt werden.

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    Fotos © GASAG Solution Plus GmbH


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  • Das 2. Quartal 2024 im Überblick

    Das 2. Quartal 2024 im Überblick

    08.08.2024 | In unserer neuesten Folge sprechen wir über unsere Sommerparty und die damit verbundene Verleihung des diesjährigen Contracting Awards. Zu Gast ist Lea Schmid, die als Projektleiterin bei naturstrom AG nicht nur den Award für den ersten Platz entgegengenommen, sondern auch das Gewinnerprojekt KOKONI ONE bis zum Ende begleitet hat. Ferner widmen wir uns der AVBFernwärmeV. Inzwischen ist der Referentenentwurf da. Zum Zeitpunkt der Aufnahme haben wir noch fleißig mitgefiebert. Dementsprechend erörtern wir in der zweiten Hälfte dieser Folge, mit welchen Regelungsinhalten die Branche rechnen kann.
     
    Unser Gespräche hören Sie sich hier an: https://ved.ed.ka.kbit.de/politik/podcast/


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  • Kommunen im Gespräch

    Kommunen im Gespräch

    17.07.2024 | Die kommunale Wärmeplanung stellt für Kommunen eine gewaltige Aufgabe dar. Energiedienstleister sind daher frühzeitig einzubeziehen, um die Erfolgschancen beträchtlich zu steigern. Neben der Erstellung von Wärmeplänen zählt die Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen zu den zentralen Aufgaben der nächsten Jahre. Nur gemeinsam und mit viel Vertrauen in die Kompetenz aller relevanten Akteure gelingt die Wärmewende.
     
    In unserer Kurzreihe „Kommunen im Gespräch“ gehen wir in den Erfahrungsaustausch mit Kommunen, um mehr über den Umgang mit der Wärmeplanung vor Ort zu erfahren. Wir haben mit den verantwortlichen der Städte Hannover, Rostock sowie der Gemeinde Murg gesprochen.
     
    Anja Ritschel, Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt Hannover und Uwe Hempfling, Referent Klima und Mobilität im Senatsbereich Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität der Hanse- und Universitätsstadt Rostock erklären, dass Hannover und Rostock zu den Vorreiter-Kommunen zählen und bereits tief in der kommunalen Wärmeplanung stecken. Adrian Schmidle, Bürgermeister der Gemeinde Murg aus Baden-Württemberg geht Hand in Hand mit den Bürger:innen und der Industrie. Auch er arbeitet auf Hochtouren an der Wärmewende mit unterschiedlichen Versorgungslösungen.
     
    Unser Gespräche hören Sie sich hier an: https://ved.ed.ka.kbit.de/politik/podcast/

    Infos auch bei LinkedIn und in unserem Gastbeitrag, rechts unter Downloads.


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  • Wärmelieferung für das Schulzentrum Sulingen

    Wärmelieferung für das Schulzentrum Sulingen

    12.06.2024 | In Sulingen wurde eine nachhaltige Wärmeversorgung aus 100 % erneuerbaren Energien umgesetzt. Die Leistungen umfassten die Planung des Energiebewirtschaftungskonzepts, den Bau der Wärmeerzeugungsanlage, die Finanzierung, den Betrieb sowie die Instandhaltung und Wartung der Gesamtanlage. Die Versorgung des Schulzentrums erfolgte vor der Umstellung im Eigenbetrieb der Stadt.

    Hier geht es zum Projekt.
    Fotos © duobloq Energie GmbH


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  • Erneuerbare Energien für die Karl May Geburtsstadt

    Erneuerbare Energien für die Karl May Geburtsstadt

    16.05.2024 | Das Fernwärmenetz versorgt mit einer Länge von ca. 12 Kilometern insgesamt rund 1.200 Wohnungen sowie Kindergarten, Jobcenter, Gewerbebetriebe und Polizeigebäude zuverlässig mit Wärme. Damit sorgt das Fernwärmenetz für eine gesicherte Wärmeversorgung im westlichen Stadtteil von Hohenstein-Ernstthal. Der Primärenergiefaktor beträgt aktuell 0,34. Insgesamt liefert das Heizwerk rund 9.000 MWh Wärme und erzeugt circa 5.000 MWh Strom pro Jahr.

    Zurzeit (Stand 04/2024) befindet sich das Heizwerk im Umbau. Es wurden zwei Pelletkessel zur umweltfreundlichen Erzeugung von Wärme eingebaut. Bereits in 2023 erfolgte eine Generalinstantsetzung der beiden Biomethan-BHKW. Der Primärenergiefaktor reduziert sich durch den Umbau auf 0,22.

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    Holzpelletkessel, Foto © ENGIE Deutschland GmbH
    Wärmeverteilung, Foto © ENGIE Deutschland GmbH


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  • Wärme für Wohnungen und Tagespflege mit Holzpellets

    Wärme für Wohnungen und Tagespflege mit Holzpellets

    15.04.2024 | Auf dem ehemaligen Laichinger Bahnhofsgelände werden sechs Gebäude mit insgesamt 74 geförderten Wohneinheiten, zwei Wohngruppen mit jeweils zwölf Plätzen sowie einer Tagespflege errichtet. Die Häuser entsprechen dem KfW-40 EE-Standard und schließen eine Lücke am lokalen Wohnungsmarkt, denn der Bedarf an Wohnungen mit sozial verträglichen Mieten im Alb-Donau-Kreis ist hoch.

    Errichtet werden Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen – ausgestattet mit Küche und Fußbodenheizung, die mithilfe einer zentralen Pelletheizung sowie einer PV-Anlage betrieben werden.

    Hier geht es zum Projekt.
    Fotos: © Planquadrat Architekten


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