Autor: Volker Schmees

  • Energieeffizienz erlebbar machen: Erfolgreiche Contracting-Tour in Kassel

    Energieeffizienz erlebbar machen: Erfolgreiche Contracting-Tour in Kassel

    Bundestagsabgeordneter Timon Gremmels (SPD) folgte der Einladung des Verbandes für Wärmelieferung e.V. und besichtigte gestern im Rahmen einer Contracting-Tour zwei erfolgreich umgesetzte Energieeffizienzprojekte in Kassel und Baunatal.

    Auf Einladung des Verbandes für Wärmelieferung e.V. besichtigten der Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels (SPD) sowie Vertreterinnen und Vertreter der Landesenergieagentur und der Kommunen gestern im Rahmen einer Contracting-Tour zwei erfolgreich umgesetzte Energieeffizienzprojekte in Kassel und Baunatal.

    Erste Station war die großzügige Heizzentrale der Wohn-, Einkaufs- und Geschäftspassage am Marktplatz in Baunatal. Seit über 20 Jahren versorgt die EAM EnergiePlus GmbH hier zwölf Kunden im Energieliefer-Contracting mit Wärme. Hier zeigt sich die Entwicklung der dezentralen Versorgung zur heutigen Quartiersversorgung am praktischen Beispiel. Aus der ursprünglichen Versorgung mit Wärme aus Heizöl ist in mehreren Schritten eine moderne Anlage zur flexiblen Versorgung mit Wärme und Strom aus regenerativen Energien geworden.  Ein in 2014 errichtetes Bio-Methan BHKW liefert seitdem zusätzlich den benötigten Strom. Besonders ist dabei der Flex-Betrieb mit zwei großen Wärmespeichern. Aus Wetter-, verbrauchs- und Börsenpreisprognosen werden für die Anlage und das BHKW verbindliche Fahrpläne für den jeweiligen Folgetag erstellt und mittels innovativer Steuerungs- und Leittechnik abgefahren. Dadurch werden unter anderem die Stromnetze entlastet. Mit dem Einsatz von Bio-Methan und zukünftig Fernwärme aus industrieller Abwärme spart die EAM EnergiePlus GmbH circa 500 Tonnen CO2 im Jahr.

    „Contracting ist mehr als nur Wärmelieferung. Contracting ist das Mittel zum Erreichen einer effizienten, klimaneutralen und wirtschaftlichen Energieversorgung der Zukunft.“ sagt Siegmund Laufer, Geschäftsführer der EAM Energieplus GmbH.

    Das zweite Contracting-Projekt befindet sich mitten in der Kasseler Innenstadt. 1991 wurde die Kurfürsten Galerie als erstes Einkaufszentrum mit ca. 11.000 m² Geschäftsfläche im Herzen Kassels eröffnet. Die Städtische Werke AG versorgt die Kurfürsten Galerie auf Grundlage eines Energieliefer-Contractings mit Fernwärme und Kälte. Im Rahmen der Contracting-Tour besichtigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Kälteversorgungsanlagen. Durch die Öffnung bestehender Förderprogramme auch für Contractoren ist es unter anderem gelungen, besonders klimaschonende Technik in einem preisbewussten Branchensegment zu platzieren, Verbräuche zu bündeln, die einhergehenden Klimapotenziale nachhaltig zu heben und durch ein Monitoring nachzuweisen. Es wurden zwei bestehende Kältezentralen im laufenden Betrieb durch eine neue Dachzentrale im Container ersetzt. Darüber hinaus hat die Städtische Werke AG in 2018 die Kälteverteilung neu geplant und erweitert, so dass die hocheffiziente Kälteerzeugung seither auch das im Galeriegebäude integrierte Hotel mit Klimakälte versorgt. Durch die Contracting-Maßnahmen konnten 50 Prozent des Jahresstromverbrauchs und 70 Prozent Tonnen an CO2 eingespart werden.

    „Eines der Hauptziele von Contracting ist, Energie zu sparen und wirtschaftlicher als bisher zu agieren! Im Rahmen von Contracting-Projekten installieren wir allerneuste Technik. Das entlastet die Umwelt vor klimaschädlichen Emissionen. Wir Contractoren schaffen so integrierte Energielösungen, die sich positiv auf das Klima auswirken und auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe.“ so Dr. Olaf Hornfeck, Vertriebsvorstand der Städtische Werke AG.
    Timon Gremmels betont in seiner Funktion als Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Energie: „Regionale Energieversorger wie die EAM und die Städtischen Werke, die ihren Kunden kluge Energieversorgungskonzepte anbieten, sind wichtige Motoren der Energiewende.“ 

    Tobias Dworschak, Geschäftsführer des VfW resümiert: „Contracting erlebbar zu machen und zu zeigen, wie dieses Konzept im Einzelnen funktioniert und welche Vorteile es mit sich bringt, ist mir ein besonderes Anliegen. Wir reden hier nicht über Theorie und Möglichkeiten, sondern über einen ganz konkreten Beitrag unserer Mitglieder zum Klimaschutz. Das geschieht auf vielfältige Weise wie hier in den Bereichen Wärme und Kälte, immer mit dem Fokus auf Versorgungssicherheit, Effizienz und Vermeidung von Umweltbelastungen. Ich wünsche mir, mit solchen Touren die Sensibilität für die Belange der Branche zu erhöhen und auch in den politischen Raum zu transportieren. Denn: Contracting wirkt!“

    Bildmaterial finden Sie rechts unter Downloads.
  • Der Contractingmarkt in Zahlen: Geschäftserwartung für 2019 deutlich gestiegen

    Der Contractingmarkt in Zahlen: Geschäftserwartung für 2019 deutlich gestiegen

    Die jährliche Erhebung des Contractingverbands VfW unter den Mitgliedsunternehmen hat ein weiteres Wachstum der Branche für das Jahr 2018 gezeigt. Umsatz und die Anzahl der abgeschlossenen Verträge sind gestiegen, allerdings bei den abgeschlossenen Verträgen mit einer geringfügig niedrigeren Steigerungsrate als noch im Vorjahr. Mit einem Wert von 6,2 (Skala 1-10) fällt die geschäftliche Erwartung der befragten Unternehmen deutlich besser aus als im Vorjahr (4,6). Einer der wesentlichen Gründe dafür ist das gestiegenen öffentlichen Interesse am Klimaschutz.

    Allerdings gibt es auch noch erhebliche Hemmnisse für den Contractingmarkt. Vor allem die Wärmelieferverordnung und die Kostenneutralität schränken die Möglichkeiten von Contracting im Gebäudebestand sehr ein. Neben dem aktuellen Zinsniveau und den derzeitigen Energiepreisen wird auch die unklare Gesetzeslage als hinderlich angesehen. Unterstützend für das Geschäftsmodell Contracting waren hingegen der fortlaufende Bauboom, sowie die beihilferechtliche Genehmigung der EU für die reduzierte EEG-Umlage bei Eigenversorgungsmodellen.

    Tobias Dworschak, VfW Geschäftsführer zu den Zahlen:
    „Erstmals haben wir in diesem Jahr auch nach den betriebseigenen Digitalisierungsgraden gefragt. Grundsätzlich sind die Contractoren dabei auf einem guten Weg, sehen aber noch viel Nachholbedarf. Besonders die schnelleren Handlungsmöglichkeiten und die einfachere Überwachung der Anlagen werden als Positiv empfunden.“
     
    Contractoren setzten bereits heute vor allem Gebäudeleit-, Energiemanagement-, Funkmesstechnik ein, welche durch Fernüberwachung aus der Firmenzentrale aus gesteuert wird. Dabei werden die immer noch sehr hohen Einführungskosten dieser Technologien, sowie eine mögliche disruptive Wirkung auf die eigenen Geschäftsmodelle als Nachteil der Digitalisierung gesehen.  

    Die Daten werden unter den Verbandsmitgliedern per Fragebogen erhoben. Weitere Quellen sind Presseveröffentlichungen, öffentlich zugängliche Geschäftsberichte und Bilanzen, Presseveröffentlichungen und Direktbefragungen.

    Zu den Marktzahlen
  • Stellungnahme zum 2. Berichtsentwurf zur Evaluierung der KWK

    Stellungnahme zum 2. Berichtsentwurf zur Evaluierung der KWK

    Der VfW hat gemeinsam mit dem B.KWK, DENEFF und der ASUE Stellung zum 2. Entwurf des Berichts „Evaluierung der Kraft-Wärme-Kopplung – Analysen zur Entwicklung der Kraft-Wärme-Kopplung in einem Energiesystem mit sehr hohem Anteil erneuerbarer Energien“ bezogen.
  • Muldentalkliniken in Grimma und Wurzen

    Muldentalkliniken in Grimma und Wurzen

    6127
    Foto: © Krankenhaus Muldental
    SPIE Energy Solutions GmbH

    Ansprechpartner: Thomas Ullrich
    Tel.: 030 209692676
    E-Mail: thomas.ullrich@spie.com
    04668 Grimma
    04808 Wurzen
    Im März 2019 fand in Grimma die feierliche Übergabe und Inbetriebnahme zweier neuer Energiezentralen der Muldentalkliniken statt. Innerhalb von sechs Monaten hat SPIE zwei neue Anlagen in den Krankenhäusern in Grimma und Wurzen geplant und umgerüstet.

    Nach einer EU-weiten Ausschreibung werden ab sofort Strom, Wärme und Kälte über zwei neue und ein Bestands-Blockheizkraftwerk und Absorptionskältemaschinen produziert. Gleichzeitig deinstallierte SPIE die zentrale elektrische Dampferzeugungsanlage und modernisierte die Küchentechnik in Grimma.
    Heizungsinstallateur
    Lüftungsbauer SPIE
    Elektrische Einbindung SPIE
    SES Energiesysteme BHKW
    YORK Absorptionskältemaschine
    SIEMENS Steuerung
    DEOS Steuerung
    Kieback & Peter Steuerung
    Cabero Rückkühler, Notkühler
    Condair Elektrische Dampferzeuger
    ECKDATEN DES PROJEKTS
    Foto: © SPIE Energy Solutions GmbH
    Krankenhaus

    Altbau
    Wurzen: 3 Gebäudeflügel
    Grimma: 4 Gebäudeflügel
    2019
    10 Jahre
    Kälte
    Strom
    Wärme
    Erdgas
    BHKW Wurzen (99 kWel, 160 kWtth)
    BHKW Grimma (264 kWel 370 kWth)
    Kälteerzeugungsanlage bei KH (80 kW)
    Fernwartung
    Lüftungstechnik
    MSR/Gebäudeleittechnik
    Pumpenaustausch
    Wärmemengenzählereinbau
    Wärmeverteilung
    Sonstiges: Demontage Dampfsysteme, Einsatz der Energiemanagement Software „SPIE Energy Manager“
    ca. 905.000 €/a (Beide KH zusammen)
    ca. 515.000 €/a (beide KH zusammen)
    Grimma: Strom: 2.363 MWh/, Gas: 4.083 MWh/a
    Wurzen: Strom: 1.287 MWh/a, Gas: 4.292 MWh/a
    Grimma: Strom: 422 MWh/a, Gas: 5.530 MWh/a
    Wurzen: Strom: 382 MWh/a, Gas: 5.425 MWh/a
    Damit sparen allein die Krankenhäuser den Einkauf von rund 2.845 MWh Elektroenergie, die die neue Anlage nun selbst produziert. Das entspricht einem Energieverbrauch von rund 2.350 Haushalten. Beide Krankenhäuser erzeugen jetzt über 80 % ihres Strombedarfs selbst. Die CO2-Emmissionen der Muldentalkliniken verringern sich jährlich um etwa 970 Tonnen. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von etwa 680 Autos, die pro Jahr 10.000 Kilometer zurücklegen.
    905.000,00 €/a
    390.000,00 €/a
    43,1 %
  • Arbeitskreis Energiespar-Contracting im VfW und KEA verlosen Potenzialanalysen

    Arbeitskreis Energiespar-Contracting im VfW und KEA verlosen Potenzialanalysen

    Auf dem diesjährigen Kongress der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA) verloste der Contractingverband VfW zusammen mit der KEA drei Potenzialanalysen für öffentliche Liegenschaften. Die Analysen werden von Mitgliedsunternehmen aus dem Arbeitskreis Energiespar-Contracting (AK ESC) im VfW durchgeführt.

    Die Potenzialanalyse umfasst eine Erst-Analyse des Ist-Zustandes sowie eine Angabe von Empfehlungen, was an sinnvollen Maßnahmen getroffen werden könnte und ob Energiespar-Contracting machbar ist.
    Der VfW gratuliert den Gewinnern aus den Kommunen Handewitt, Meßkirch und Ulm herzlich und wüscht eine erfolgreiche Umsetzung der Potenzialanalyse.

    Über Energiespar-Contracting
    Beim Energiespar-Contracting realisiert ein spezialisiertes Energiedienstleistungsunternehmen (Contractor) in enger Partnerschaft mit dem Gebäudeeigentümer bzw. Gebäudebetreiber langfristige Projekte (meist 7-10 Jahre), um nachhaltige Energieeinsparungen zu erreichen. Der Contractor ist dabei für die Konzeption, Planung, Finanzierung, Umsetzung und den Erfolgsnachweis der Energieeinsparmaßnahmen verantwortlich.
    Der Arbeitskreis Energiespar-Contracting im VfW ist ein Zusammenschluss führender Contractoren. Die Mitglieder des Arbeitskreises wollen die Vorteile dieser Energiedienstleistung transparent machen und einen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten.

    Weitere Informationen sind unter www.einsparcontracting.eu erhältlich.
  • VfW und DENEFF nehmen Stellung zum Gebäudeenergiegesetz

    VfW und DENEFF nehmen Stellung zum Gebäudeenergiegesetz

    Die Zusammenführung von EnEG, EnEV und EEWärmeG in einem Gesetz wird vom Contractingverband VfW und der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) grundsätzlich begrüßt, ebenso einzelne Verbesserungen, darunter die beabsichtige Einführung eines Quartiersansatzes für die gemeinsame Versorgung sowie einheitlichere Vollzugsregeln. Jedoch wird vor dem Hintergrund der Klimakrise und dem wachsenden öffentlichen Ruf nach ambitionierter Klima- und Energiepolitik im vorliegenden Entwurf vor allem verpasste Chancen im Sinne der Zielerreichung moniert.

    Eine hohe Energieeffizienz in Gebäuden ist unverzichtbar, um Treibhausgasemissionen und Energieimportabhängigkeiten nachhaltig und wirtschaftlich zu vermindern. Vor mehr als zehn Jahren setzte sich die Bundesregierung deshalb im Integrierten Klima- und Energieprogramm (IEKP) das Ziel: „Ab dem Jahr 2020 soll die Wärmeversorgung von Neubauten möglichst weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern sein.“ Im Energiekonzept aus dem Jahr 2010 war die Festlegung eines Standards “Klimaneutrales Gebäude” angekündigt worden, der schon 2012 für neue öffentliche Gebäude hätte umgesetzt werden sollen. Seit demselben Jahr enthält die EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD) die Anforderungen zur Definition eines Nearly Zero Energy Buildings (nZEB).

    Der vorliegende Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes bringt die Bundesregierung der Erreichung dieser Ziele jedoch kein Stück näher: Zwar wurden einige der gröbsten Fehlentwicklungen aus dem bekannt gewordenen Referentenentwurf vom 18. November 2018 im nun vorliegenden Entwurf inzwischen wieder rückgängig gemacht. Der vorherige Entwurf hatte einige Aufweichungen des geltenden Anforderungsniveaus sowie neue Schlupflöcher und Zielkonflikte – auch zu Ungunsten der Nutzer – eingeführt. Damit stand der Entwurf sogar im Widerspruch zum Koalitionsvertrag, der sowohl die Beibehaltung des energetischen Anforderungsniveaus als auch das Festhalten an den Klimazielen für 2030 vorsieht. Jedoch bedeutet die nun erfolgte Zurücknahme dieser Punkte lediglich, dass das Anforderungsniveau weitestgehend auf dem aktuell geltenden Level verharrt – eine Perspektive für zukunftssicheres Bauen eröffnet das Gebäudeenergiegesetz damit nicht.

    VfW und DENEFF sehen daher bei folgenden Punkten Handlungsbedarf:
    1. Ausrichtung des GEG an den Energiewendezielen, insbesondere für 2030
    2. Adäquate Festlegung eines Niedrigstenergiegebäudes (nZEB), Vorbildfunktion der öffentlichen Hand, Definition der Wirtschaftlichkeit
    3. Vereinfachung des Ordnungsrahmens vs. Aufweichungen und unnötig komplexe Rechenwege
    a) Anrechnung von PV-Erträgen vereinheitlichen und realistisch ausgestalten
    b) Bei Wärmedämmung von Rohrleitungen zusätzlichen Planungsaufwand vermeiden
    4.Rechtssichere Bestimmung des Quartiersbegriffs
    5.Angemessene, fristgerechte Umsetzung der 2018 novellierten EU-Gebäuderichtlinie für mehr Verbraucherschutz, Transparenz und Qualitätssicherung
    a) Den hydraulischen Abgleich zum Standard machen
    b) Mindesteffizienzanforderung für Heizungsanlagen
    c) Mehr Effizienztransparenz statt Wegfall von Messanforderungen (bislang Nr. III in Anla-ge zum EEWärmeG)
    d) Energiemonitoring und Gebäudeautomation für große Nichtwohngebäude
    6. Einführung ergebnisorientierter Anforderungen
    7. Verhinderung von Energiearmut (Sanierung energetisch schlechtester Gebäude)
    8. Verordnungsermächtigung zur Umlage geringinvestiver Kosten
    9. Berücksichtigung von Abwärme aus Abwasser
    10. Berücksichtigung von Effizienzpotenzialen im Warmwasserbereich
    11. Wiedereinführung der Austauschpflicht für Nachtspeicherheizungen
    12. Stärkung von Energieausweisen

    Die vollständige Stellungnahme finden Sie rechts unter Downloads.
  • Contracting & Digitalisierung – Jahreskongress 2019

    Contracting & Digitalisierung – Jahreskongress 2019

    Über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Verbänden diskutierten beim Jahreskongress 2019 des Contractingverbands VfW über die Digitalisierung der Energiedienstleistungsbranche und die wichtigsten Entwicklungen.

    „Die Digitalisierung ist ganz unbestreitbar einer der ganz großen Megatrends unserer Zeit. Energiedienstleister stehen vor großen Umbrüchen und damit auch Herausforderungen. Am Ende entscheidet jeder selbst, wie er damit umgeht. Aber um eine solche Entscheidung treffen zu können, bedarf es fundierter Informationen und einer klaren Vision des eigenen Weges. Beides zu geben war unser Anspruch auf dem diesjährigen Jahreskongress“, so Tobias Dworschak, Geschäftsführer des VfW.

    In seiner Einleitung wies Ulrich Benterbusch, BMWi, auf die Wichtigkeit von dezentral agierenden Energiedienstleistern für das Gelingen der Digitalisierung und der Energiewende hin. Das BMWi fördert Digitalisierungsmaßnahmen über vielfältige Programme, wie z. B. den „Einsparzählern“, „Industrie 4.0“ und dem „Modellvorhaben für Energiespar-Contracting“. Weitere Erfolgsfaktoren seien aus seiner Sicht die Einführung eines Preises für CO₂ und die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand.

    In einem abwechslungsreichen Vortragsprogramm präsentierten Energiedienstleister und Start-Ups ihre erfolgreichen Digitalisierungsprojekte in der Abrechnung, der Datenerfassung, der Anlagenoptimierung und in Quartieren. Bei der Podiumsdiskussion sprachen Ingrid Nestle, MdB Bündnis 90/Grüne, Prof. Dr. Martin Neumann, MdB FDP, Johannes Hack, etventure GmbH, David Weiblein, BTB Blockheizkraftwerks- Träger- und Betreiberges. mbH Berlin und Stefan Scherz, Ingenieursdienstleistungen IDL, über passende politische Rahmenbedingungen und Chancen und Risiken digitaler Lösungen für die Contractoren und deren Prozesse. Alle Teilnehmer sind sich einig, dass Datenschutz ein hohes Gut ist und neuen digitalen Geschäftsmodellen nicht im Wege steht.

    „Der Jahreskongress hat deutlich aufgezeigt, dass die Digitalisierung im eigenen Unternehmen anfängt. Nur wer die betriebsinterne Digitalisierung umgesetzt hat, kann digitale Geschäftsmodelle etablieren. Energiedienstleister sind dabei prädestiniert, eine Vorreiterrolle zu übernehmen“, zieht Tobias Dworschak Bilanz. „Gleichzeitig bleibt bei den wesentlichen Punkten Wärmelieferverordnung, Kundenanlage und Beseitigung der Benachteiligung von Contracting-Lösungen weiterhin viel zu tun. Verzögerungen von mehreren Jahren wie beim aktuellen Gebäudeenergiegesetz können wir uns im Hinblick auf den stetig voranschreitenden Klimawandel nicht mehr erlauben.“

    Freundlich unterstützt wurde der Kongress u. a. von den Unternehmen 2G Energy AG, AVAT Automation GmbH, Buderus Bosch Thermotechnik GmbH, Deutsche Kreditbank AG, EC Power GmbH, FP InovoLabs GmbH, KW Energie GmbH & Co. KG, mobiheat GmbH, MSU Solutions GmbH und REHAU AG & Co.
  • Fortschrittsbericht der Bundesregierung zur Energiewende – Contractingverband VfW kritisiert Vernachlässigung zukunftsfähiger Geschäftsmodelle bei der Umsetzung der Energiewende

    Fortschrittsbericht der Bundesregierung zur Energiewende – Contractingverband VfW kritisiert Vernachlässigung zukunftsfähiger Geschäftsmodelle bei der Umsetzung der Energiewende

    Der Contractingverband VfW kritisiert deutlich den neuen Fortschrittsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums. Existierende Geschäftsmodelle werden bei der Zukunftsplanung vernachlässigt. Dazu ist eine Reform des § 556c BGB und der WärmeLV dringend erforderlich.

    Das Bundeswirtschaftsministerium überprüft alle 3 Jahre den Stand der Energiewende und hat jüngst das das Ergebnis der diesjährigen Überprüfung in einem Fortschrittsbericht veröffentlicht. Die von der Bundesregierung zu seiner Bewertung eingesetzte unabhängige Expertenkommission kritisiert diesen Bericht als unzureichend. Er zeige keine langfristigen Perspektiven auf und insgesamt würden die Etappenziele, wenn überhaupt so jedenfalls viel zu langsam erreicht. Dieser Kritik schließt sich der Verband für Wärmelieferung e.V. (VfW) an.

    „Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier betont zwar, dass etwaige Geschäftsmodelle in Zukunft nur dann erfolgreich seien, „wenn sie die Energiewende und den Klimaschutz mitdenken““, verweist Tobias Dworschak, Geschäftsführer des VfW auf die Berichterstattung in der Presse. „Konkrete Vorschläge macht er aber nicht. Unsere Mitglieder bieten mit der Energiedienstleistung Contracting bereits seit geraumer Zeit ein solch zukunftsfähiges Geschäftsmodell für die Realisierung der Energiewende am Markt an.“

    Die vielen Unklarheiten und Hemmnisse in § 556c BGB und der Wärmelieferverordnung erschweren nach Ansicht des VfW eine weitergehende Umstellung auf gewerbliche Wärmelieferung in Wohngebäuden und das Ausschöpfen der dort zum Gelingen der Wärmewende ruhenden Potenziale. „Wir brauchen dringende eine Überprüfung der WärmeLV“, fordert Dworschak weiter und verweist auf die bisherige Arbeit der Energieeffizienzplattformen. Außerdem sei endlich eine Klärung rund um den Begriff der Kundenanlage für die dezentrale Stromlieferung notwendig. „Wir verschenken hier wertvolle Zeit. Viele Handlungsmöglichkeiten liegen auf dem Tisch“, fasst Dworschak zusammen. „Es bedarf nur eines mutigen und entschlossenen Schrittes, sie endlich umzusetzen.“
  • Stellungnahme zum Empfehlungsverfahren 2019/8 der Clearingstelle EEG/KWKG

    Stellungnahme zum Empfehlungsverfahren 2019/8 der Clearingstelle EEG/KWKG

    Der VfW hat zum Thema „Zuschlagszahlung für Strom aus KWK-Anlagen mit einer elektrischen KWK-Leistung von mehr als 100 kW bei kaufmännischbilanzieller-Weitergabe“ Stellung bezogen.

    folgende Fragen wurden beantwortet:

    Hat ein Betreiber einer KWK-Anlage nach § 4 Abs. 1 KWKG 2016 oder § 4 KWKG 2012 die Befugnis, in seiner Anlage erzeugte KWK Strommengen kaufmännisch-bilanziell in das Netz der allgemeinen Versorgung einzuspeisen? Bejahendenfalls: In welchem Umfang besteht dann für den kaufmännisch-bilanziell eingespeisten KWK-Strom der Zuschlagsanspruch?

    Besteht für KWK-Strom, der durch eine Erzeugungsmessung einer KWK-Anlage oder eine andere nachgelagerte Messung gemessen wird, bei kaufmännisch-bilanzieller Weitergabe in ein Netz der allgemeinen Versorgung ein Zuschlagsanspruch gemäß §§ 6 Abs. 1, 7 Abs. 1 KWKG 2016?

    Besteht für KWK-Strom, der durch eine Erzeugungsmessung einer KWK-Anlage oder eine andere nachgelagerte Messung gemessen wird, bei kaufmännisch-bilanzieller Weitergabe in ein Netz der allgemeinen Versorgung ein Zuschlagsanspruch gemäß §§ 6 Abs. 1, 8a Abs. 2 KWKG 2016?
  • Paulinenkrankenhaus in Berlin

    Paulinenkrankenhaus in Berlin

    6114
    Foto: © Paulinenkrankenhaus Berlin
    EnBW Contracting GmbH

    Ansprechpartner: Javad Sardarabady
    Tel.: 0711 289-81048
    E-Mail: j.sardarabady@enbw.com
    14055 Berlin
    Das Paulinenkrankenhaus verbindet gelebte Nähe zum Patienten mit einer wegweisenden Spezialisierung in der kardiologischen Weiterversorgung. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der postoperativen Behandlung von Patienten des Deutschen Herzzentrums Berlin und der Charité. Das Contracting-Projekt umfasst vier Klinik-Gebäude mit ca. 160 Betten. Durch verschiedene Modernisierungsmaßnahmen spart das Paulinenkrankenhaus im Schnitt 37 % der Energiekosten pro Jahr. Somit werden durchschnittlich 40 % weniger CO2 erzeugt.

    Das Contracting-Projekt umfasst vier Klinik-Gebäude mit ca. 160 Betten. Durch verschiedene Modernisierungsmaßnahmen spart das Paulinenkrankenhaus im Schnitt 37 % der Energie-kosten pro Jahr. Somit werden durchschnittlich 40 % weniger CO2 erzeugt.
    ECKDATEN DES PROJEKTES
    Krankenhaus
    2014
    10 Jahre
    Kälte
    Strom
    Wärme
    Warmwasser
    Erdgas
    Öl
    Installation eines gasbetriebenen BHKW (112 kWel und 196th)
    Einbau eines Pufferspeichers
    Sanierung der Heizungsanlage durch Montage eines Niedertemperaturkessels (1,6 MW Gas)
    Bestandskessel auf Ölbasis (1,45 MW)
    Bestandskessel (232 kWth) (bei Bedarf)
    Erneuerung von 4 Warmwasserspeichern
    Optimierung der Anlagenhydraulik
    Aufbau eines Energie-Controllings-Systems einschließlich der kontinuierlichen Erfassung der Energieströme
    Optimierung in der Mess-/Steuer-/Regelungstechnik im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen
    Einbau von Frequenzumformern und / oder hocheffizientenVentilatoren für die Lüftungsanlagen
    Anpassung der Luftvolumenströme
    Einbau von hocheffizienten Heizungspumpenn
    Einsatz von Bewegungsmelden für Treppenhausbeleuchtung
    Freie Kühlung kombiniert mit bestehenden Kompressionskälteanlagen für die Serverräumen

    Geeignetes Zählkonzept zur separaten Erfassung der Verbräuche der einzelnen Gebäude
    Durchführung von Nutzerschulungen und Infoveranstaltungen
    Regelungsoptimierung einschl. Anpassung der Betriebszeiten
    1.073.000,00 EUR
    Energieverbaruch bisher: 5.074 MWh/a
    CO2-Emmissionen bisher: 2.066 t/a
    ca. 830 Tonnen CO2 im Jahr (40 %)
    Ziel: Energieverbrauch senken um 30 %
    208.000,00 EUR/a